Motor stirbt ab unter Gas/Vollgas oder wenn Reserve erreicht - Enduro R (2009)

  • Kurze Geschichte vorweg:

    Wir waren mit drei Motorrädern am Gampen, ich Dritter und mein Kumpel zog wie immer raus um ein Auto zu überholen. Übersichtliche Strecke. Direkt neben dem Auto blieb er dann gefühlt stehen und ich als Dritter musste notankern, damit wir nicht ein Knäuel bilden.

    Oben meinte er als Entschuldigung, nachdem wir den Rest vom Pass mehr geschlichen, als gefahren sind, dass bei Volllast plötzlich die Leistung weg war.

    Im Quartier in Lana ließ ihm das keine Ruhe und er machte nochmal eine Probefahrt. Vorher war er an der Tankstelle. Das Problem war weg, ließ sich aber reproduzieren, wenn im Tank mehr als die Hälfte fehlte. Das Motorrad war eine 2006er Tuono. Wir kamen dann mit vielen Tankstopps heim.


    Auf die Lösung des Problems wäre ich nie gekommen. Er ersetzte zu Hause dann die Einohrschellen der Spritpumpe und des Filters mit Schraubschellen und das Problem trat nie mehr auf. Es war wohl so, dass das Gewicht von dem Sprit bei vollem Tank ausreichend war, um so viel Druck auf die Anschlüsse auszuüben, dass eine Dichtigkeit vorhanden war. Sank aber der Füllstand und somit das Gewicht bzw. der Druck, förderte die Pumpe "daneben" und der Benzindruck war dann nicht mehr ausreichend für das Einspritzsystem.


    Kürzlich wechselte er den Benzinfilter und verwendete wie empfohlen die Einohrschellen und hatte das Problem wieder. Irgendwie bekam er sie nicht fest genug. Er fährt wieder mit Schlauchschellen.


    Vielleicht ist das ja deine Ursache. Zu den Symptomen würde es passen.

  • @nairoIF

    Das ist interessant! Ich hatte noch einen ähnlichen Gedanken, aber nicht mit den Schellen. Ein Kumpel von mir hatte mal ein ähnliches Problem an seiner Bonneville. Keine Werkstatt fand raus woran es lag. Ich schaute mir das an, und sah, dass der Schlauch vom Tank zum Vergaser abgeknickt war. Total trivial. Nachdem ich den sauber verlegt hatte fuhr die wieder einwandfrei. Scheinbar war es da auch so, dass bei vollem Tank der Druck ausreichte um genug in den Vergaser zu befördern, aber wenn der Sprit unter ein bestimmtes Level fiel, ging nix mehr.


    Allerdings erklärt das nicht die fehlende Motorbremse...

  • Wie wärs mit einem Benzinschlauch, der zu nahe an etwas heisses, wie Motor oder Auspuff kommt? Luftblasen entstehen in gewissen Situationen, wie Motor ausschalten oder Stehen im Stau und wandern dann im System umher?


  • die Motorbremse ist eben kein typisches "man braucht vor ner Ampel auf ner LAndstraße gar keine Bremse, einfach früh genug vom Gas und ausrollen lassen" mehr, sondern ganz ganz wenig Verzögerung, ich muss öfters vollkommen unnötig aktiv bremsen statt einfach nur Gas zu lassen...


    Das ist leider normal und von KTM so programmiert, warum auch immer.

  • Das ist leider normal und von KTM so programmiert, warum auch immer.

    Nein.

    Er schreibt, dass die Motorbremse quasi weg ist, wenn die Karre das Problem zeigt.


    Wenn sie mal keine Mucken macht, ist die Motorbremse sehr wirksam. Das kenne ich auch von meiner so.


    Ob das KTM in späteren BJ "rausprogrammiert" hat, kann ich nicht beurteilen.


    Ausprobieren kann die "echte" Motorbremse jeder selber, indem er - freie Strecke ohne nachfolgenden Verkehr vorausgesetzt... - mal den Killschalter ausmacht, statt einfach nur das Gas zuzumachen.

    Dann wirkt nur noch die Mechanik, egal ob die ECU noch irgendwas regeln will....

    Gruß, Kussl; 690 SMC, 2010

  • Ich hatte 690 Enduro von 2013 und 2016, und jetzt die 700GasGas von 2024. Eine wirksame Motorbremse hat keine von denen. Ist so gewollt, um ein rutschendes Hinterrad zu vermeiden, trotz Anti-Hopping-Kupplung. :crazy:

    Wenn es steil bergab geht, ist das sehr lästig. Da nutze ich auch den Killschalter.

  • sooo mal wieder ein Update nach insgesamt locker 12 Stunden schrauben, basteln, probieren, fahren und liegen bleiben - es wird nicht besser :D


    zum Stand vorher siehe meinen Post #13

    was hab ich seitdem gemacht:


    - ausgelesen mit TuneECU - siehe Screenshots im Anhang oder hier https://imgur.com/a/ktm-690-enduro-r-2009-issues-R01l5ka

    - alles vor der Drosselklappe (was ich halt noch kann..) auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt. Luftfilterkasten, Ansaugstutzen, SLS bis zur Drosselklappe - und auch alles aus Richtung Tank; Leitungen, Verschlüsse, Filter, Siebe, Benzinpumpe etc. Keine Knoten, Fehler, nix gefunden. Alles saß wie es soll oder sitzt jetzt noch besser. Keine Besserung.

    - Originalauspuff angebaut statt Sebring/PowerParts Tüte inkl. Einschubkat - keine Besserung.

    - auf Falschluft geprüft - überall mal Bremsenreiniger angesprüht, Drezahl unverändert, keine Besserung. Würde ich nun also auch ausschließen.


    Es hat alles nichts gebracht, sodass eigentlich nur noch Strom als Fehlerquelle bleibt - davon hab ich nämlich 0,0 Ahnung und auch noch nix gemacht (außer Kontakte/Masse etc. gereinigt). Über die letzten Wochen wurds - wie öfter schon in den letzten 2 Jahren - immer schlechter und mittlerweile komm ich keine 500 Meter weit.


    was passiert jetzt - schaut euch gern die verlinkten Videos in der Playlist an: https://www.youtube.com/playli…mFqulT3-Lah_I4Z3Z-KhKQLwX


    - geht weiterhin aus als wäre der Tank leer, wenn eigentlich erst die Reserveleuchte aufleuchten sollte (also nach knapp 140KM und noch 2,5 Liter Sprit im Tank). Seit das zum ersten Mal wieder passiert ist (vor einem Monat) treten die Probleme auch wieder auf und werden immer schlimmer.

    - stirbt andauernd im Leerlauf ab. Vor 2-3 Wochen war 15 Minuten Leerlauf noch problemlos möglich.

    - scheint während der Fahrt abzusterben/nicht durchgehend zu zünden, mehr als 20-30 kmh geht nicht mehr.

    - Tacho flackert öfter

    - Starter macht ab und zu einfach gar nichts, vor allem z.B. wenn sie während der Fahrt abstirbt und ich noch am Rollen bin

    - Ordentlich Gas aufdrehen führt zum Absterben, sieht man im Video während der Fahrt ganz gut - ich fall fast schon nach vorne bei so viel Verzögerung, obwohl ich immer mehr Gas geb.


    Ich bin ratlos! :kapituliere:


    EP-MAP--Screenshot 2026-04-11 182732.pngFI-MAP--Screenshot 2026-04-11 174810.pngLeerlauf--Screenshot 2026-04-11 183957.pngZündung--Screenshot 2026-04-11 183128.png

    Einmal editiert, zuletzt von mbkmsi ()

  • ...

    - Tacho flackert öfter

    - Starter macht ab und zu einfach gar nichts, vor allem z.B. wenn sie während der Fahrt abstirbt und ich noch am Rollen bin

    ...

    Das hört sich auf jeden Fall nach Elektrik an.


    Bevor du dir jemand suchst, mit dem du anhand von Schaltplan aufgescheuerte oder gebrochene Kabel suchen gehst, schau dir mal deinen Killschalter an. Ich könnte mir vorstellen, dass Korrosion da drin so ein Fehlerbild erzeugen könnte.


    Einfach ein paar mal aus und wieder einschalten, Kontaktspray rein oder gleich auseinanderbauen und die Kontakte reinigen.

    Ist quasi Mechanik pur da drin, aufpassen, falls Federungen rausschnappen, alles aber sehr übersichtlich....

    Gruß, Kussl; 690 SMC, 2010

  • Fang von der Batterie an.

    Sind die Anschlussklemmen sauber mit den Polen verbunden und fest??

    Am Motor und am Rahmen befinden sich jeweils ein Masseband. Abschrauben, Reinigen und neu befestigen

    Dann wäre die Frage wieviel Spannung kommt an der Batterie von Regler an. Es sollten um die 14,7 V sein.

    Grüsse Jens

  • ... schau dir mal deinen Killschalter an. Ich könnte mir vorstellen, dass Korrosion da drin so ein Fehlerbild erzeugen könnte.


    Einfach ein paar mal aus und wieder einschalten, Kontaktspray rein oder gleich auseinanderbauen und die Kontakte reinigen.

    Ist quasi Mechanik pur da drin, aufpassen, falls Federungen rausschnappen, alles aber sehr übersichtlich....


    Fang von der Batterie an.

    Sind die Anschlussklemmen sauber mit den Polen verbunden und fest??

    Am Motor und am Rahmen befinden sich jeweils ein Masseband. Abschrauben, Reinigen und neu befestigen

    Dann wäre die Frage wieviel Spannung kommt an der Batterie von Regler an. Es sollten um die 14,7 V sein.

    Grüsse Jens


    Danke für eure Tipps! Ich werd mir die Tage noch ein Multimeter organisieren und mal schauen, was am Regler ankommt.


    Ansonsten hab ich alles umgesetzt: alle Kontakte, Anschlussklemmen, Masseaufnahmen auseinandergefriemelt, geschrubbt, gereinigt und Kontaktspray rauf. Killschalter ebenso, der sieht aus wie neu.


    Es hat - erst einmal - geholfen. Zumindest läuft sie jetzt wieder ruhig, sauber und bleibt im Leerlauf minutenlang an, statt nach 3-4 Sekunden abzusterben. Und ich konnte mehr oder weniger ungestört fahren, ne halbe Stunde war drin. Allerdings immer noch "mit angezogener Handbremse", sprich bei Vollgas merk ich immer noch sehr deutlich, dass da was nicht stimmt...

  • Es gibt noch ein mögliches bekanntes Problem mit dem Öl-Rückhalteblech. Beschreib mal genauer, wie und wo sich die "Handbremse" bemerkbar macht.

    Ride hard or stay home :driften: