Starke Motorbremse & Temperaturprobleme - Enduro R (2016)

  • Hallo hochgeachtetes Schwarmwissen. Bei der letzten Sommerausfahrt mit meiner '16er Enduro R hats mich erwischt. Nach ordentlichem Durchbeschleunigen hatte sie plötzlich eine sehr starke Motorbremse. Erstmal versucht nach Hause zu kommen, ging garnicht. Selbst bei moderater Fahrt fing sie an zu kochen und wollte so schnell auch nicht wieder abkühlen. Kühlwasser gut, kaum Öl im Schauglas selbst nach einer Stunde. Mein erster Gedanke: Rückschlagmembran, Späne drin. Also machte ich mich ans ausbauen vom Motor. Nun hab ich hier beide Motorhälften zu liegen und an der Membran ist garnichts, kein Dreck, keine Späne. Jetzt stehe ich vor einem Rätsel um was es sich handeln könnte.


    Das Öl ablassen hat ewig gedauert und im Kurbelgehäuse war sicher noch ein halber Liter Öl. Nun zu meiner Frage: Hat jemand eine Idee was diese Problematik noch hervorrufen könnte?

    Ölpumpe defekt? Ölleitungen verstopft?


    Bin über jeden Tip dankbar, da das Motorrad Ende des Monats nach Tunesien muss. :rolleyes:

  • Liest sich wie ein Kolbenklemmer wegen defekter Zylinderkopfdichtung.


    Wie sehen Kolben und Zylinderlaufbahnen aus?

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Dann prüfe die Einspritzdüse, säubere sie (Video bei Pirateracing).

    Prüfe den Filter an der Benzinpumpe im Tank und den Benzindruck der Pumpe.


    Wenn du einen KAT verbaut hast prüfe mit einem Endoskop ob der KAT unbeschädigt und durchgängig ist.

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Baut der einfach mal auf Verdacht den Motor auseinander... Respekt.. :Kürbis:


    Wie "sauber" ist der Kolben / die Kolbenoberfläche? Wenn durch einen Riss oder eine defekte Kopfdichtung Wasser zur Verbrennung zustösst, wäscht das die schwarze Ölkohle von der Kolbenoberfläche ab bis er glänzt.. Das könnte ein Indiz sein.


    Da du den Motor schon getrennt hast, wie sehen Lagerstellen, Lager, Kolbenhemd, Laufbahnen usw aus? Irgendwoher muss der starke Ölverbrauch und die Hitze herkommen.

    Immer schön oben bleiben :Daumen hoch: :wheelie:

  • You've either broken the oil membrane in the crankshafts's chamber or there's something stuck in it.

    It's a classic on these, typical symptoms. I bet it's broken.
    You can't see oil in gearbox because everything's in the crank's chamber, it's also what's making the huuuge engine braking.
    The pirate has a video on it.

    pasted-from-clipboard.png


    Have you already drained the oil from the engine?
    If yes how much did you drain from the front oil screen? Like an espresso cup or more like a liter?

    EDIT: lowrnge I didn't read the last part, yeah the membrane is gone. 100% sure.



    DSCN0261.jpg

    DSCN0267.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Thor_du ()

  • Hallo, hatte genau dasselbe Verhalten an der 690 Enduro R 2014.

    - Sehr starke Motorbremse.

    - Öltemp steigt in 2 Minuten um 30°C.

    - Motor dreht nicht mehr hoch.


    Wenn man sie ein wenig abkühlen ließ, ging sie wieder kurze Zeit, dann ging es von vorne los.


    Bei mir war ein Span im Flatterventil des Kurbelgehäuses, sodass sich das füllte ind die Kurbelwelle dort drin fröhlich rumplantschte.


    Wenn man wartete, rann das Öl wieder zurück und man konnte kurz fahren.


    War gar nicht so billig, das EUR 2,50 Flatterventil zu tauschen.

  • Danke für die ganzen Antworten.


    MTcedd, alles in bester Ordnung, richtig vernünftiges Verbrennungsbild. Hatte auch kein Wasser im Öl beim ablassen. Das gesamte Top End sieht überraschend gut aus für die 25k Kilometer die sie jetzt gelaufen ist.

    Öl hat sie garnicht verbraucht. Das hing alles im Kurbelgehäuse, daher ja der Verdacht mit der altbekannten Membran. Aber die sieht genauso aus wie das Neuteil was ich bei Krahl&Kroschel geholt hab. Auch keine Spuren im

    Gehäuse.


    Thor_du

    I already disasembled the engine completly, because the membrane was my guess as well. Turns out theres nothing on it. Looks like the new part I ordered. As well no marks in the housing. Looks absolutly mint...


    Yachti

    Dachte ich mir ja auch, aber das sieht Top aus. Dachte mir auch ich bin bescheuert als ich festgestellt hab das da absolut nichts dran ist an der Membran.


    Schön einmal Motor auseinander für nichts.

  • Kann mir eigentlich kein anderes Szenario vorstellen, als das von mir vorher bereits beschriebene....

    Solltest du zu den Opfern von Murpheys Law gehören, bei denen mit dem letzten Takt des Motors dann doch der Span aus dem Flatterventil gefallen ist??

    Bei mir war der noch drin.


    pasted-from-clipboard.jpg

  • Ich mach jetzt einmal alles sauber und bau die neue Membran ein. Kostet ja nicht die Welt.

    Hoffe das die Problematik damit weg ist.

    Würde tatsächlich mal das was Kondos geschrieben hatte mal noch mit machen wenn ich das schon alles auseinander hab.


    Weiß denn zufällig jemand wie die 690er sich mit verstopfter Düse verhalten? Wäre das mit der starken Motorbremse ein realistisches Symptom?

  • Verstehe ich doe Funktion der Membranzunge richtig?

    Öl wird von der linken Ölpumpe aus dem Kurbelgehäuse durch das one-way Ventil auf die Getriebeseite gefördert und dann verschließt das Öl eben die Membranzunge?


    Wäre jemand so nett und würde einmal bitte die Maße der Zunge aufnehmen?

    Breite

    Länge

    Dicke/Stärke

    Gewicht (ohne Schrauben)


    Interessiert mich einfach.

    Danke


    Ps: was ist das für ein Span???

  • Ja, das ist ein Flatterventil, das das Öl aus dem Kurbelgehäuse rauslässt.

    Wenn das offen bleibt, füllt sich das Kurbelgehäuse langsam.


    Irgendwo müsste mein altes noch liegen, das werde ich aber vermutlich nicht mehr finden.

    Ist ein dünnes Federstahlplättchen.

    Wo der Span herkam, weiß der Geier. Danach gab es eine komplette Motorrevision.

  • Meiner Meinung nach sinkt das Risiko durch häufigen Ölwechsel und einen starken Magneten in der Ablassschraube. Was an Spänen nicht mehr im Motor unterwegs ist, verklemmt sich auch nicht. 😎

  • 701XD, messe ich dir aus, wenn ich wieder krauchen kann. Mich hats voll aus dem Leben geschossen mit Fieber und Husten.

    Wie Yachti schon schrieb soll verhindert werden das sich zu viel Öl im Kurbelgehäuse sammelt. Funktioniert aber durch den Druck und den Sog des Kolbens. Bei der Abwärtsbewegung wird durch den Kolben Druck aufgebaut und Öl vom Kurbelgehäuse in den Getriebebereich bzw. die Kupplungsseite gedrückt. Dort kann es abkühlen und wird über die Ölpumpen weiter verteilt.

    Geht der Kolben wieder nach oben entsteht ein Sog der die Membran schließt und verhindert das das Öl Getriebeseitig zurück ins Kurbelgehäuse gesaugt wird. Sammeln sich in der Membran Späne durch Abriebe von Kolben/Kolbenringen/Zylinder oder Lagern dann kann sie beim Aufwärtshub des Kolbens nichtmehr schließen und es gelangt Öl zurück ins Kurbelgehäuse was nicht sein soll.

    Ergebniss ist das irgendwann zuviel Öl im Kurbelgehäuse ist wo es nicht abkühlen kann und der Kolben in das Öl puffert. Daher die starke Motorbremse und Temperaturprobleme.

  • Hab noch ein Euro3 Ersatzgehäuse daheim und hab da mal eben schnell die Membran ausgebaut. Diese ist 2 teilig und besteh aus einem Mebranplättchen und einem Anschlagblech.


    Maße Membranplättchen:

    Breite: 13,35mm

    Länge: 26,8mm

    Dicke: 0,2mm

    Lochdurchmesser: 3mm

    Lochabstand: 7mm


    Maße Anschlagblech:

    Länge: 9,1mm

    Breite: 13mm

    Dicke: 1,1mm

    Lochdruchmesser: 3,15mm

    Lochabstand: 7mm


    Maße Schraube:

    Schraubendurchmesser: M3

    Schraubenlänge: 8mm

    Schraubenkopfdurchmesser: 6,5mm

    Schraubenkopfhöhe: 2,3mm

    Torxantrieb: 10