Wie Kettenspannung an der 1390 SAS optimal einstellen?

  • Bei jedem Motorrad steht im Handbuch (wenn mit Kette), wie gross der Durchhang in einer bestimmten Position sein soll. Das ist vom Hersteller so berechnet (oder gemessen), dass in der längsten Stellung der Schwinge (wenn Mitte Ritzel, Schwingenlager und Hinterradachse in Flucht sind) noch ein wenig Spiel in der Kette ist, so dass keine unnötige Belastung auf die Getriebeausgangswelle stattfindet.

    Da fängt es schon an. Die Herstellervorgaben sind oft nicht optimal, oder sie passen nicht zum Exemplar was vor einem steht.

    Bei vielen Motorrädern kommen Ritzel, Schwingenlager und Hinterradachse nicht in Flucht.

    Gruß

    Richard

  • Da fängt es schon an. Die Herstellervorgaben sind oft nicht optimal, oder sie passen nicht zum Exemplar was vor einem steht.

    Bei vielen Motorrädern kommen Ritzel, Schwingenlager und Hinterradachse nicht in Flucht.

    Dazu sollte das Federbein von der Schwinge getrennt und dann die Achsen-Mittelpunkte in eine Flucht gebracht werden.

  • adventuremuc
    Ähmmm, bei welchem Motorrad soll das sein? Das wär mal neu. Zwischen voll ausgefedert und voll eingefedert sollte das bei jedem Motorrad zu einem gewissen Zeitpunkt der Fall sein. Ansonsten wäre etwas sehr seltsam konstruiert.

    Und wenn es so wäre, wie du schreibst, wie bestimmst du dann den Kettendurchhang der optimal ist?

  • Dazu sollte das Federbein von der Schwinge getrennt und dann die Achsen-Mittelpunkte in eine Flucht gebracht werden.

    Man kann das Heck auch auf einer Bühne hinten mit Spanngurten runterziehen, bis alles in der Flucht ist. Oder sich bei nem GS Fahrer die dicke Frau ausleihen und hinten draufsetzen....

  • Kette einstellen. Was für eine Wissenschaft.

    Wenn die Kette deutlicher schlägt bei Bodenunebenheiten, oder Schaltvorgänge nicht mehr so sauber von statten gehen (gilt auch fürs AMT!) wird die Kette mit Gefühl nachgestellt. Richten tu ich mich nur an den Markierungen ob das auch paralell gleich passiert. Ich brauche keinen Laser, oder irgendein Messegerät. Man kanns auch übertreiben.

    Grüße aus (der) St.Eiermark! :wheelie:


    Blutgruppe: A+orange

  • adventuremuc
    Ähmmm, bei welchem Motorrad soll das sein? Das wär mal neu. Zwischen voll ausgefedert und voll eingefedert sollte das bei jedem Motorrad zu einem gewissen Zeitpunkt der Fall sein. Ansonsten wäre etwas sehr seltsam konstruiert.

    Du kannst mir gern mal ein Motorrad zeigen, wo das so ist.

    Gruß

    Richard

  • Genau das ist eben falsch!

    Warum falsch? Das ist weder falsch noch richtig.

    Mit "gelöstem" Federbein (sofern Platz vorhanden ist, dass sich FB und Schwinge nicht in die Quere kommen) lassen sich die drei Achsen schlicht einfacher in Position bringen, als mit Spanngurten am Heck herumzuzerren.


    Hab ich bei meiner CRF genauso gemacht.

    Montageständer unter den Rahmen, Federbein ab und dann mit einem Wagenheber die Schwinge angehoben bis alle drei Achsen in einer Flucht waren.


    Oder die Gepäckbrücke/Soziusgriffe sind stabil, bzw. die Feder "weich" genug um die Schwinge mit Spanngurten hoch zu ziehen.


    Alternativ gehen natürlich auch dicke Leute, oder wer hat, kann auch einen großen Wolframwürfel drauflegen. :grins:

    Wofür eigentlich 4-Zylindermotoren? Am Motorrad sind es 2 zu viel und im Auto 2 zu wenig....

  • Das einige immer noch glauben, beim Händler würde man die Kette richtig eingestellt bekommen, erstaunt mich bei dieser Diskussion am meisten.

    Alles, was ich selber gemacht habe an meiner Maschine, war bisher genauer, gewissenhafter und sauberer.

    Also diesbezüglich habe ich zwei Anmerkungen:
    1. im Rahmen der Inspektion stellt MEIN Händler grds. auch immer die Kettenspannung korrekt nach bzw. ein.
    Das kann ich schon deswegen mit Sicherheit sagen, weil ich das schon öfters mal (mit voller Absicht) vor

    der Abgabe des Bikes FALSCH eingestellt habe, um zu überprüfen, ob mein Händler auch anständig "arbeitet"
    2. irgendwie bekomme ich hier langsam den Eindruck, als wäre das mit der Einstellung der Antriebskette fast

    eine "Wissenschaft" und... :achtung ironie: weeeeehe, wenn das Kettenspiel im Betrieb auch nur um 1 mm falsch eingestellt ist...

    dann nimmt das Mopped den größten Schaden, der nur denkbar ist...


    Ey...mal ganz ehrlich: ob die Kettenspannung 5 mm oder sogar mal einen ganzen Zentimeter zu gering ist und sie

    dadurch ein bisserl "lockerer" läuft, ist doch wurscht...und allemal besser, als wäre die Kette zu straff.

    ...und wenn ich ehrlich bin: mehr als einmal habe ich bei den modernen Ketten die Spannung zwischen den Inspektions-

    Intervallen eigentlich noch nie kontrolliert bzw. "nachgespannt"... meist eh nur, wenn ich einen neuen "Schlappen"

    aufziehen lassen musste und dafür das HR ausgebaut zum Reifenhändler getragen habe.

    ...und um nun nochmal auf die "Prüfkerbe" an der 1390 zurückzukommen: das ist doch eine feine Sache...

  • irgendwie bekomme ich hier langsam den Eindruck, als wäre das mit der Einstellung der Antriebskette fast

    eine "Wissenschaft" und... :achtung ironie: weeeeehe, wenn das Kettenspiel im Betrieb auch nur um 1 mm falsch eingestellt ist...

    Du siehst ja aus den Beiträgen, dass manche Leute das System nicht verstanden haben.

    Gruß

    Richard

  • Ich will jetzt wirklich keinen Streit vom Zaun brechen, aber erklär mal bitte, warum "alle 3 Achsen in eine Flucht" bringen falsch ist.

    Ich nehme an, das ist Deine Erklärung:

    Da fängt es schon an. Die Herstellervorgaben sind oft nicht optimal, oder sie passen nicht zum Exemplar was vor einem steht.

    Bei vielen Motorrädern kommen Ritzel, Schwingenlager und Hinterradachse nicht in Flucht.

    Ob die Herstellerangaben optimal sind oder nicht, umgeht man ja mit der "alles auf einer Flucht"-Variante.
    Diese Angaben beziehen sich immer nur auf "auf dem Seitenständer", "auf dem Hauptständer", "umgedreht auf Sitz + Lenker abgestellt" :zwinker: usw. und das ist natürlich bei jedem Motorrad anders.


    Aber mal angenommen, es gibt wirklich Motorräder bei denen die 3 Achsen nicht auf eine Flucht (waagerecht) zu bringen sind und ausgefedert liegt die Hinterachse tiefer als die anderen beiden (umgekehrt wäre etwas seltsam).

    Dann wäre zumindest der maximal eingefederte Zustand die Position an der die Kette am strammsten anliegt.


    Perfekt wäre es natürlich, wenn Getriebeausgangswelle/Ritzel und Schwingenachse ein und dieselbe Achse wären. :grins:

    Wofür eigentlich 4-Zylindermotoren? Am Motorrad sind es 2 zu viel und im Auto 2 zu wenig....

  • Du kannst mir gern mal ein Motorrad zeigen, wo das so ist.

    Klar, kein Problem. Z.B. meine 1290 Super Adventure, meine Aprilia, meine 950 Adventure S, meine Yamahas, die Aprilia Shiver, KTM 390 Adventure,....

    Du redest oben von manchen Leuten die das System nicht verstanden haben...

  • Nochmal zur Klarstellung:

    Es geht hier nicht um "die 3-Achsen-Methode ist die einzig wahre, alles andere ist Bullshit und wer das nicht so macht ist doof".
    Die anderen Methoden funktionieren auch, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen und man sich an die Anleitung hält.


    Die "3 Achsen"-Sache ist aber, zumindest in der Theorie, die einfachste bei der man am wenigsten falsch (bzgl. Kettenspannung) machen kann.

    Und bei der man noch nicht einmal Herstellerangaben benötigt.

    Praktisch gesehen, was die Schrauberei angeht, ist das natürlich aufwendiger.


    Beispiel:

    Meine CRF300L, Kettendurchhang wird gemessen an einer bestimmten Stelle an der Schwinge, während das Teil auf dem Seitenständer steht.

    Aber:

    Fahrwerk ab Werk zu weich und ich zu fett und lang -> neues strammeres Fahrwerk rein + längeres Federbein.
    Konsequenz: Motorrad federt auf dem Seitenständer deutlich weniger stark ein, als mit dem Serienfahrwerk.
    Somit ist die Kette auf dem Seitenständer weniger stark gespannt, als mit dem Werksfahrwerk... kann ich jetzt noch die Werksangaben verwenden? Eher nicht.

    Wofür eigentlich 4-Zylindermotoren? Am Motorrad sind es 2 zu viel und im Auto 2 zu wenig....

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  • Habe ich weiter oben schon erklärt

    Das ist eben richtig oder es gibt hier ein Missverständnis, zu dem was ich habe ausdrücken wollen.


    Allerdings einfach zu sagen ´das ist falsch´ ist nicht zielführend. Bitte beschreibe was unklar oder falsch ist, statt einfach einen rauszuhauen. Gerne kann man mich auch besuchen und wir gehen so ein Thema in meiner Werkstatt durch. Es gibt auch einen Kaffee.


    In München bin ich auch oft. Ich zeig das auch gerne an deinem Moped, denn „Bei vielen Motorrädern kommen Ritzel, Schwingenlager und Hinterradachse nicht in Flucht“ hat nichts mit der Feststellung des minimalen Kettenspiels zu tun.

  • Ich will jetzt wirklich keinen Streit vom Zaun brechen, aber erklär mal bitte, warum "alle 3 Achsen in eine Flucht" bringen falsch ist.

    Ganz einfach deshalb, weil manche (über die Anzahl streiten wir noch) Motorräder gar nicht so weit einfedern können, dass die Achsen in eine Flucht kommen.

    Vorher geht die Federung in den Anschlag. Natürlich kann man die Federung aushängen und die drei Achsen in die Flucht bringen und danach die Kette spannen. So eine Kette wäre dann aber im Realbetrieb unnötig locker.

    Perfekt wäre es natürlich, wenn Getriebeausgangswelle/Ritzel und Schwingenachse ein und dieselbe Achse wären. :grins:

    Das wäre perfekt, kommt aber eher selten vor.

    Gruß

    Richard

  • Fahrwerk ab Werk zu weich und ich zu fett und lang -> neues strammeres Fahrwerk rein + längeres Federbein.
    Konsequenz: Motorrad federt auf dem Seitenständer deutlich weniger stark ein, als mit dem Serienfahrwerk.
    Somit ist die Kette auf dem Seitenständer weniger stark gespannt, als mit dem Werksfahrwerk... kann ich jetzt noch die Werksangaben verwenden? Eher nicht.

    Das meinte ich weiter oben mit (sinngemäß) "Die Herstellerangaben passen nicht zu dem Exemplar was vor einem steht".

    Es gibt viele Möglichkeiten wie das passieren kann, ein bewusster Umbau wie du es beschrieben hast, Umbau durch den Vorbesitzer von dem man nichts weiß, Hersteller ändert Federbein nach dem das Handbuch schon im Druck ist, oder auch beim "Facelift".


    PS: Es gibt Motorräder mit serienmäßigem LED Licht, wo im Handbuch der Wechsel des H4 Leuchtmittels beschrieben ist :grins:

    Gruß

    Richard