Ganz normal ist es halt nicht, sollte es wirklich war sein dass die R „in der Motorenentwicklung regelrecht um die Ohren“ fliegt und eine nach der anderen hops geht.
Normal ist es nicht weil der Reihenzweizylinder LC8c auch für KTM praktisch Neuland ist. Der alte V2 LC8 ist über viele Jahre gereift. Die Entwicklung begann im Sommer 98, erst drei Jahre später im Oktober 2001 hatte der LC8 seine öffentliche Premiere auf der Ägypten-Rallye. Erst ab 2003 - also insgesamt 5 Jahre später - ging der LC8 dann in Serie. Das war eine normale KTM Erprobung!
Heutzutage mit dem ganzen Werbezeugs, supercoolen Promotionvideos und immenser Konkurrenz im PS Hochrüsten, da sind reihenweise hochgehende R Motoren (sollte das wirklich so stimmen) eine schlechte Botschaft, wenn man mit so viel Vorschusslorbeeren das 790er Skalpell ankündigt.
Das Problem ist, dass KTM immer mehr in den Massenmarkt einsteigt und somit dann auch immer schneller Trends mitmachen muss, um mitzuschwimmen. Mich wundert es da nicht, wenn Trunkenpolz auf der EICMA 2016 die Duke 790 R mit 115 PS ankündigt und nun bleibt’s bei einer N mit mittelmäßigen 105 PS. Vermutlich fehlen eben hier einige „normale“ Entwicklungsjahre mit dem neuen Reihenzweizylinder.
Rein von den Zahlen sind die 105 PS der N im neuen Chassis vermutlich keine schlechte Nummer. Aber von der Marketingstrategie her ist es schlecht, zu viel zu schnell zu versprechen. Dafür ist in dem Mainstreamsegment mit all den starken 800ern einfach zu viel Konkurrenz, um sich das erlauben zu können. Und wie gesagt wäre die N mit einem Schnapsglas mehr Kubik für viele 690 Duke-Fans sicherlich kein Grund auf das deutlich schwere Model umzusteigen...zu viele Einbußen im Sound, im Handling und im Kult sowieso. ![]()