Sammelthread eingelaufene Nockenwellen 790 und 890

  • Da seit Einführung der grösseren Schlepphebel nur noch vereinzelt Schäden auftreten, sind diese als Hauptursache zu sehen. Und bei diesen vereinzelten Schäden muss dementsprechend geprüft werden:

    Unsachgemäße Nutzung( kalt heizen, lange Whellies, zu wenig oder falsches Öl) und

    Herstellungsproblem: Summierung ungünstiger Toleranzen, mangelhafte Oberflächenbehandlung der Nocken, oder ?

  • Sehe ich genau so. Sofern ein Schaden auftritt, scheint die Ursache ein Mix aus verschiedenen Punkten zu sein. Wobei dann die QS bei KTM echt schlecht wär. Die Härte eines Bauteils zu prüfen, dauert 5 Sekunden. Es ist und bleibt ein Rätsel...

  • Am besten wirds wohl KTM wissen, oder? Ein Hersteller wird doch wohl versuchen, der Ursache haarklein auf den Grund zu gehen, um eine Lösung anzubieten und zukünftige Garantiefällen zu vermeiden :zwinker:

    Das ist ja auch so ein Irrglaube, an dem viele Leute leiden, wenn sie sagen, den Herstellern wären die Garantiefälle egal.


    Über ausbleibende Rückrufe (wie durchgängig bei Aprilia/Guzzi) kann man ja streiten. Aber Garantiefälle sind für jeden Hersteller ein extremes Ärgernis. Ich kenne Fälle aus dem VW Konzern (man glaubt es kaum) da wurde jeder, der mit dem Bockmist zu tun hatte, gnadenlos rasiert.


    Das kostet die Hersteller richtig Geld, bindet extrem Kapazität und verhagelt volles Programm die Rendite.

  • Das ich über Tribologie was gelernt habe ist ne Weile her, dazu waren das auch nur Grundlagen.

    Wenn ich den Pirat richtig verstanden habe, ist seine These die, das es Schlepphebel mit verschiedenen Schliffbildern gibt. Schlepphebel mit "Kreuzschliff" hatten unter dem Mikroskop sichtbare Partikel anhaften, Schlepphebel mit Schliffmuster in einer Richtung offenbar nicht. Natürlich alles bezogen auf die paar Hebel die er da liegen hatte.

    Klingt für mich erstmal nicht unplausibel, das diese Anhaftungen in dem Schliff zu Materialabtrag führen.


    Jemand hier, der dazu was qualifizierteres als meine Vermutung beitragen kann? :knie nieder:

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Anhaftungen ja Material der Nockenwelle - die dann ja die gleiche Härte haben, wie die Nockenwelle. Schaden würden die ja nur dann, wenn kein Öl im Spiel wär. Wären die Partikel blau, wär das ja ein Beweis für fehlende Schmierung, aber so glaube ich auch das nicht.

  • Hallo zusammen, ich habe heute nochmal meinen Ventildeckel abgenommen, da zuletzt das Rasseln meiner Steuerkette wieder lauter geworden ist und ich mal nachsehen wollte. Das Rasseln war ja nach dem Tausch des O-Rings am Steuerkettenspanner fast komplett verschwunden und meine Karre so leise wie noch nie.

    Nun folgendes: der neue O-Ring ist spürbar härter geworden, vor allem im direkten Vergleich mit den Ersatzringen die ich noch da hab. Seit dem Tausch sind 10 Monate mit gerade mal 3.000 km vergangenen...

    Ist für mich der Grund warum das Rasseln zugenommen hat, es geht einfach wieder Druck außen am Spanner verloren, da der Ring nicht ordentlich abdichtet.

    Verbaut hab ich einen NBR 70 Ring, wie es sein sollte. Bestellt bei Diehr & Rabenstein.

    Da ich mich mit O-Ringen nicht auskenne, meine Frage: hab ich einen schlechten erwischt? Nach der kurzen Zeit/Laufleistung ist das schon echt Mist, dann heißt es bald Öl- und O-Ring Wechsel jährlich :crazy:

    Oder gibt's eventuell beständigere Materialien die ich nehmen kann?

    Kurven schneiden | Kurven hinterschneiden

  • Es gibt FKM / FPM (Viton) Oringe, die sind noch beständiger gegen Öle und Hitze. Die halten garantiert länger, musst nur schauen ob es die in der passenden Größe gibt, die Auswahl ist meist etwas kleiner.

  • Mir ist gerade beim Zusammenbau auch aufgefallen, dass die Steuerkette an einem bestimmten Punkt etwas lascher auf dem Zahnrad der Einlass-NW sitzt. Kurz davor hört man ein Schnappen, ich vermute weil eine der Nocken am Einlass durch die Kraft der Ventilfedern weitergedrückt wird. Überspringen tut sie nicht, habe ich durch Markierungen an Kette und Zahnrad geprüft.

    Hatte das schon jemand, oder weiß ob das normal an diesem Punkt ist? Oder ob evtl die Kette gelängt sein könnte, inzwischen sind's 40.000 km.


    IMG20260509122000.jpg

    Kurven schneiden | Kurven hinterschneiden

  • So, ich hab es heute endlich getan. Die Kove Nockenwellen samt Schlepphebel wurden verbaut. Beim Einbau ist mir folgendes aufgefallen:


    - Kove hat noch die schmalen Schlepphebel

    - die Zentrifuge musste angepasst werden, die Wulst ist etwas breiter


    Ist nun alles drin, dreht auch sauber, leider ist mein Spiel nun zu eng. Eigentlich alles 0.05mm und an der Einlassnockenwelle an Zylinder 2 ist sogar noch mehr, da passt nicht mal die 0,05 dazwischen, es sollte ja 0,1 - 0,15 sein.


    Meint ihr so kann ich starten, oder soll ich es lassen? Wisst ihr was für Standard Shims drin sind, oder muss ich wieder alles auseinandernehmen und messen?


    Hier noch Bilder.


    So sehen die alten Nockenwellen nach 17.000km

    IMG_4494.jpg


    Also es haben alle Laufspuren, aber noch nicht spürbar bzw. sichtbar (Spalt)


    Hier einmal der Vergleich zur Kove


    IMG_4493.jpg


    Es war einfach mal ein Test. Die Wahrheit würde sich eh erst in 15.000km zeigen.


    Mit unter 500 Dollar inkl. Zoll und Versand passt das für mich.


    Grüße Daniel

  • Also es haben alle Laufspuren, aber noch nicht spürbar bzw. sichtbar (Spalt)

    Also haben sie keine Laufspuren.
    Wenn da nix mess- oder spürbar ist, dann ist das nur "Optik".

    Aber wenn es für dich passt, dann is es ja gut.

    Ich mach mir da keinen Kopf bis es soweit ist. Von mir aus haben die Nocken Rosa Herzchen drauf.
    Bei 30 Mm wurde Ventilspiel geprüft und musste nichts geändert werden.
    Läuft jetzt mit ca. 44 Mm immer noch genauso.


    Wer weis warum. Ich fahre halt einfach damit.

    Wollte einfach unter den Vielen negativen Meldungen hier auch mal eine positive setzen.
    Quasi das Bild etwas entzerren.

    Viele Grüße


    Gerhard


    >>Eine Kurve ist erst dann eine Kurve, wenn ich nicht so schnell fahren kann wie ich darf!<<:grins:

  • Ist nun alles drin, dreht auch sauber, leider ist mein Spiel nun zu eng. Eigentlich alles 0.05mm und an der Einlassnockenwelle an Zylinder 2 ist sogar noch mehr, da passt nicht mal die 0,05 dazwischen, es sollte ja 0,1 - 0,15 sein.


    Meint ihr so kann ich starten, oder soll ich es lassen? Wisst ihr was für Standard Shims drin sind, oder muss ich wieder alles auseinandernehmen und messen?

    Warum sollte man denn überhaupt Spiel einstellen? Klappert doch nur. :achtung ironie:


    Und weil du nicht so schlau warst alle Shims zu vermessen und es dir zu notieren als die NW'en raus waren willst du einen Motorschaden riskieren?


    :respekt: Das sorgt für Unterhaltung. :crazy:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Du hast recht! Da ich das noch nie gemacht habe, habe ich vergessen die Shims zu vermessen bevor ich wieder alles eingebaut habe.


    Bevor ich etwas starte habe ich nachgefragt, tatsächlich war mir nicht genau klar, wie sich das Spiel bei Nockenwellen ergibt und ob es über die Zeit größer oder kleiner wird bzw. ob das alles erstmal einlaufen muss.


    Deshalb mach ich den Arbeitsgang nochmal bzw. es ist ja egal, die Nockenwellen hätten eh nochmal raus müssen.


    Aber freut mich dass ich dich damit so gut unterhalten kann.


    Grüße Daniel

  • Lässt du die schmalen Schlepphebel nun drin?

    Das würde ich dir nicht empfehlen, hier wurde ja schon gesagt dass die wohl einen, wenn nicht den größten Beitrag zu den Schäden beigetragen haben. Musst ja wegen den Shims eh nochmal aufmachen, dann bau doch gleich die breiteren, neuen ein :denk:

    Kurven schneiden | Kurven hinterschneiden

  • Naja ich wollte mal die Teile von Kove testen und die kamen so. Kove behauptet ja sie hätten das Problem gelöst. Keine Ahnung ob das 1:1 die gleichen Hebel sind bzw. ob an den Nockenwellen etwas anders ist, aber ich wollte es so mal testen.


    Da ich keine besonders eingelaufene Nocke hatte, sondern eine gleichmäßige Abnutzung, gehe ich davon aus, dass bei meinem Motor sonst alles ok ist.


    Wird aber ein Weilchen dauern bis da wieder 15.000km drauf sind, hat ja bisher auch 7 Jahre gedauert und die Kleine wird hauptsächlich nur noch offroad bewegt und leider dementsprechend selten.


    Nachdem ich einfach extrem verunsichert war und mir letztes Jahr hier im Forum gleich alle gesagt haben, dass die Nockenwellen defekt sind und die Händler sich bedeckt halten, wollte ich nach ner Lösung suchen die nicht 1:1 den Tausch der originalen Teile beinhaltet und bezahlbar bleibt. Die KTM Schlepphebel kosten ja schon mehr als ich für alles bezahlt hab und die Beschichtung der Nockenwelle scheint ja das Problem zu sein.


    Grüße Daniel