Hinterradpendeln bei Gefahrenbremsung mit 100+ km/h

  • Die Feder hat eine Federkonstante (auch bei progressiven Federn) und kann daher mit dem Preload Adjuster nicht härter oder weicher gemacht werden

    Schon klar. Die Feder "hart" stellen ist eine umgangssprachliche Floskel... Keiner glaubt, dass das Material der Feder durch die Spannung härter wird, wie sollte das auch gehen.

    Der springende Punkt ist der hier:

    "Desto stärker eine Feder vorgespannt ist, desto weniger gibt sie bei Last nach"

  • Schon klar. Die Feder "hart" stellen ist eine umgangssprachliche Floskel... Keiner glaubt, dass das Material der Feder durch die Spannung härter wird, wie sollte das auch gehen.

    Der springende Punkt ist der hier:

    "Desto stärker eine Feder vorgespannt ist, desto weniger gibt sie bei Last nach"

    Öhhh... Nö? Erst wenn man den linearen Bereich verlässt.


    Die Vorspannung dient in erster Linie dazu, das tiefere Einsinken aufgrund höherer Zuladung (oder das Ganze umgekehrt, zu wenig Einsinken bei zu wenig Beladung) auszugleichen, damit man wieder die gewünschte Fahrwerksgeometrie bekommt. Und dann kommt es darauf an, ob die Federrate für dieses Gewicht geeignet ist. Ist man weit ausserhalb des Bereichs dieser Federrate, bringt auch die Vorspannung in Sachen Dämpfung nix.


    *hier* ist es ganz gut erklärt.

  • Das eigentliche Problem ist ja , dass man diesen instabilen Zustand nicht kennt oder nur eher sehr erfährt und daher überrascht ist.


    Mein Tip: ab und an mal Voll-Bremsungen (im Regelbereich oder kurz davor) aus hohem Tempo machen, z.B. auf Autobahnausfahrten. Man erfährt nicht nur wie sich das Motorrad dabei verhält, sondern, viel wichtiger, wie lang der Bremsweg eigentlich ist. Der ist nämlich kürzer als man es erwarten würde.

    Yamaha T-MAX 560 ¯\_(ツ)_/¯ Duke 690 R, Street Triple 765 RS, Tenere 700, CRF 300 L, SH150i, MT-09 SP + SH 350i

  • das tiefere Einsinken aufgrund höherer Zuladung (oder das Ganze umgekehrt, zu wenig Einsinken bei zu wenig Beladung) auszugleichen

    Wo ist jetzt der Widerspruch? Wir sagen beide das gleiche.

    Vorspannung höher --> Feder gibt weniger nach.

  • Der ist nämlich kürzer als man es erwarten würde.

    Das würde ich jetzt nicht sagen. Naja, bei niedrigen Geschwindigkeiten schon.

    Bei 30 km/h steht der Bock gefühlt sobald man seinen Vorderbremshebel nur anguckt.

    Bei 130 km/h sieht das schon anders aus. Da unterschätzt man eher wie lange das Bremsen wirklich dauert.

  • Wo ist jetzt der Widerspruch? Wir sagen beide das gleiche.

    Vorspannung höher --> Feder gibt weniger nach.

    Das ist es ja: Innerhalb des linearen Bereichs gibt die Feder immer gleich nach - das hängt nämlich von der Federrate ab - und die bleibt gleich. Das was sich ändert, ist der Ausgangspunkt, sonst nichts.

  • Das ist es ja: Innerhalb des linearen Bereichs gibt die Feder immer gleich nach - das hängt nämlich von der Federrate ab - und die bleibt gleich. Das was sich ändert, ist der Ausgangspunkt, sonst nichts.

    Wenn sie immer gleich nachgibt, wie beeinflusst dann die Vorspannung das Eintauchen bei höherer Last? Das Moped würde immer auf der selben höhe hängen, egal ob die Zuladung 50kg, oder 200kg beträgt, wenn die Feder immer gleich nachgibt.

  • Ihr müsst zwei Zustände unterscheiden, dann redet ihr (vielleicht) weniger aneinander vorbei:


    Eine Feder im eingespannten Zustand und im nicht eingespannten Zustand.


    Tatsächlich gehen viele davon aus, dass die Feder durch den Stoßdämpfer "begrenzt" ist.

    Einzeln betrachtet stimmt das auch, sobald das Gewicht des Motorrads die Feder belastet ist das jedoch der ausschlaggebende Faktor für die Kompression der Feder.

    Ansonsten hätte man null Negativfederweg - und das will man nicht.


    Die Kompression kommt also nicht von einem Endanschlag, sondern vom Gewicht des Motorrads.


    Wäre die Feder fest eingespannt, würde sie bei Vorspannung "kürzer" werden und entsprechend erst bei mehr Gewicht weiter einfedern.


    So lang aber noch Negativfederweg vorhanden ist, wird das Motorrad durch die Vorspannung sinnbildlich "angehoben".

    Ansonsten ändert sich gar nichts.

  • Wenn sie immer gleich nachgibt, wie beeinflusst dann die Vorspannung das Eintauchen bei höherer Last? Das Moped würde immer auf der selben höhe hängen, egal ob die Zuladung 50kg, oder 200kg beträgt, wenn die Feder immer gleich nachgibt.

    Ein Beispiel: Ohne Fahrer liegt das Heck bei 105 cm. Der Hersteller hat die Fahrgeometire so entworfen, dass 100 cm fahrbereit ideal sind. Wenn Du jetzt ordentlich auf den Rippen hast oder Gepäck mitnimmst, geht das Heck aber auf 99 cm. Also stellst Du die Vorspannung so ein, dass das Heck unbeladen auf 106 cm steht. Die Feder verhält sich immer noch gleich, nur der Ausgangspunkt ist anders. Als Nebeneffekt wird allerdings der Negativfederweg geringer.

  • Zum Fahrwerksthread geht es hier: Klick

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Das würde ich jetzt nicht sagen. Naja, bei niedrigen Geschwindigkeiten schon.

    Bei 30 km/h steht der Bock gefühlt sobald man seinen Vorderbremshebel nur anguckt.

    Bei 130 km/h sieht das schon anders aus. Da unterschätzt man eher wie lange das Bremsen wirklich dauert.

    Deswegen übe ich das ja, damit ich weiß wie lange das dauert.


    Da ich aber kein Valentini Rossi oder Toprak Razgatlıoğlu bin, muss ich eher zum Stehen kommen als ich theoretisch könnte. Meine Versuche einer Ziel-Vollbremsung im/am ABS-Regelbereich aus ±150 auf 0 km/h enden immer 2 - 5m vor dem angestrebten Zielpunkt. Ich nutze immer die gleiche BAB Ausfahrt, und da visiere ich ein Schild an. Ich bin noch nie punktgenau oder dahinter zum stehen gekommen - trotz Vorsatz - mein Brain lässt das irgendwie nicht zu!

    Yamaha T-MAX 560 ¯\_(ツ)_/¯ Duke 690 R, Street Triple 765 RS, Tenere 700, CRF 300 L, SH150i, MT-09 SP + SH 350i

  • Da ich aber kein Valentini Rossi oder Toprak Razgatlıoğlu bin, muss ich eher zum Stehen kommen als ich theoretisch könnte. Meine Versuche einer Ziel-Vollbremsung im/am ABS-Regelbereich aus ±150 auf 0 km/h enden immer 2 - 5m vor dem angestrebten Zielpunkt. Ich nutze immer die gleiche BAB Ausfahrt, und da visiere ich ein Schild an. Ich bin noch nie punktgenau oder dahinter zum stehen gekommen - trotz Vorsatz - mein Brain lässt das irgendwie nicht zu!

    Verstehe ich nicht..Satz 1 hältst du doch ein! Oder?

  • Zielbremsung ist in der Tat ein schwieriges Unterfangen, da gebe ich wildduck aus meinem eigenen Erfahrungsbereich vollkommen recht.

    Auch ich stehe immer zu früh!


    Bei meiner weiter oben (missinterpretierten) beschriebenen Notbremsung inkl. ABS-Regelbereich war es auch so. Allerdings nur etwa 15cm. 😜


    Das „Problem“ des Brain ist, es kann sich nur widerwillig dümmer stellen als es ist. Erfahrene


    Biker vermeiden den ABS-Regelbereich nicht stumpf durch das haarfeine dosieren der Bremse (jedenfalls vorne) sondern durch vorausschauendes, Intuition und Intelligenz betontes Fahren.


    Aber das ändert nichts an dem Titel dieses freds. Selbst der Ersteller sprach auf Nachfrage nicht mehr von Pendeln.

    Respekt für Frauen und Mädchen.

    Nicht jeder, der sich gestern vor Wissen nur so brüstete, ist heute noch von Gestern.


    Wg. Krach fahr ich aus der Haut: loud is out!
    -Not all you do, is only your own Ding.

  • Schon klar. Die Feder "hart" stellen ist eine umgangssprachliche Floskel... Keiner glaubt, dass das Material der Feder durch die Spannung härter wird, wie sollte das auch gehen.

    Der springende Punkt ist der hier:

    "Desto stärker eine Feder vorgespannt ist, desto weniger gibt sie bei Last nach"

    Das ist ein Irrtum, die Federvorspannung hebt das Heck an, sie gibt genauso viel nach wie mit weniger Vorspannung. Durch die Vorspannung wird lediglich das Verhältnis zwischen positiv und negativ Federweg verändert. Schau dir das Video vom DI Bauer an, es dauert nur kurz und erklärt es in weniger als 2 Minuten
    Was ist die Federvorspannung? -Kurzvideo

  • Suche dir einmal einen guten Fahrwerksguru, der einmal die Einstellungen der Gabel und des hinteren Dämpfers überprüft. Aus welcher Ecke kommst du?

  • Suche dir einmal einen guten Fahrwerksguru, der einmal die Einstellungen der Gabel und des hinteren Dämpfers überprüft

    Wird wohl kaum nötig sein bei der 790, da lässt sich bis auf Preload am Dämpfer ja nix einstellen :grins:

  • Es geht ja nicht ausschließlich darum ob man Zug oder Druckstufe an der Gabel verstellen kann. Frage ist, passt die Feder zum Gewicht des Fahrers. Und mit der Viskosität des Öls und der Füllmenge kann man auch arbeiten. Eventuell auch am Dämpferkolben.

  • Es geht ja nicht ausschließlich darum ob man Zug oder Druckstufe an der Gabel verstellen kann. Frage ist, passt die Feder zum Gewicht des Fahrers. Und mit der Viskosität des Öls und der Füllmenge kann man auch arbeiten. Eventuell auch am Dämpferkolben.

    Stimmt das sind auch Möglichkeiten die Einstellungen zu ändern, ohne gleich auf eine einstellbares Fahrwerk umzubauen.