Alternative zu Titanschrauben

  • Hallo zusammen,

    Ich würde gerne die Schrauben der Lenkerklemme und der Gabelbrücke meiner Smcr gegen schwarze Schrauben austauschen. Die Titanschrauben, welche man online findet, sind mir das Geld, für das was sie sind, nicht wert.

    Auf Amazon habe ich solche Schrauben gefunden: https://amzn.eu/d/iiOih91

    ktmforum.eu/attachment/425523/

    Die sollen aus „A2 V2A Edelstahl“ sein.

    Kennt sich da jemand materialtechnisch aus?

    Was meint ihr, kann man die bedenkenlos verbauen, oder sollte ich da lieber die Finger von lassen?


  • Hallo Alessio,


    Edelstahl A2 V2A als Austausch von Stahlschrauben mit definierten Festigkeitsklassen an relevanten Bauteilen wie Lenker, Bremsen, Rahmen usw. ist keine gute Idee. Edelstahl hat meistens geringere Festigkeitsklassen (8.8, 10.9, 12.4)


    Und schon gar nicht im Motor, wo Schrauben mit anderen Eigenschaften (Dehnschrauben usw.) verbaut sind.


    An Halteteilen wie Verkleidung ist es natürlich kein Problem.



    Grüße

    Michael

    It isn't easy being perfect, but somebody has to be.

    Niki Lauda :winke:


    1975 Suzuki 550 GT, 1982 Suzuki 750 SZ Katana, 1985 Suzuki 1100 SZ Katana, 2012 BMW F800 GT, 2021 KTM 1290 GT

  • Wie Michael schon schrieb, ist die Festigkeit erheblich geringer als bei den originalen Schrauben! Außerdem kommt hier noch die Gefahr hinzu, ob die Qualität wirklich dem entspricht, was versprochen wird – wenn schon verschiedene Schrauben den Kunden zugesandt werden (siehe Bewertung).


    Merke dir: Verwende die originalen Schrauben an sicherheitsrelevanten Teilen oder alternativ Titanschrauben (jedoch auch nicht immer das Wahre, was die Wiederverwendbarkeit betrifft [Drehmoment nahe der maximalen Klemmkraft]).

  • Was haltet ihr von den Titanschrauben von Adler-tech?

    Sehen gut aus, und sind bisher die „günstigsten“ die ich gefunden habe…


    Lenkerklemme:

    Titan Schrauben SET Lenkerklemmung KTM Husqvarna
    Material: Titan Grade 5 (3.7164) Ausführung: M8x1,25 / Torx Länge: 25mm extrem leicht bei hoher Festigkeit hervorragende Korrosionsbeständigkeit CNC-gefertigt…
    adler-tech.de


    Gabelbrücke:

    Titan Schrauben SET Gabelbrücke KTM Husqvarna / Torx
    Material: Titan Grade 5 (3.7164) Ausführung: M8x1,25 / Torx extrem leicht bei hoher Festigkeit hervorragende Korrosionsbeständigkeit CNC-gefertigt Modelle:KTM…
    adler-tech.de

  • Wenn es nur um die Farbe geht, was spricht gegen die "Methode Edding"? Ich meine das ernst, wann werden diese Schrauben schon mal gelöst? Von mir aus auch irgendein Lack.

  • Wenns halt wirklich schön sein soll und was vernünftiges sein soll, würd ich schon in gute Schrauben investieren und da nicht irwie zum lackieren oder Pulverbeschichten anfangen. Geschmäcker sind verschieden, sieht find ich halt einfach scheiße aus und wenn mas dann doch mal lösen muss? Zb beim Pulverbeschichten krigst dann nicht mal mehr ordentlich die Nuss oder den Torx drauf.


    Mir zb ist das auftreten und das aussehen von meinem Moped schon sehr wichtig. Da will ich das alles vernünftig aussieht und da will ich auch keine halben sachen machen. Da waren mir die KTM Stahlschrauben auch ein Dorn im Auge, vor allem weil die nach mehrmaligen Festziehen und Lösen schnell nicht mehr so toll aussehen.

    Hab dann schlussendlich auch ins Geld gegriffen und in Titanschrauben investiert. Vor allem eben wegen dem Motorsportlook.


    Hab da auch viel rumgesucht und rumprobiert, auch viel mit Edelstahl und Aluminiumschrauben rumprobiert und bin auf folgendes gekommen:


    Bei natur silber Schrauben kann man ruhig normale Sechskantschrauben nehmen, nach mehrmaligen Anziehen und Lösen sehen die immer noch top aus, vorausgesetzt man verwendet vernünftiges Werkzeug.

    Bei farbigen Schrauben würde ich Schraubenköpfe mit Innentrieb empfehlen, vorzugsweise Torx. Da sieht mans halt am aller wenigsten wenn man die Schrauben öfter lösen muss.


    Normale Schrauben am Fahrwerk kann man eig problemlos durch Titanschrauben ersetzen. Schrauben die wirklich eine wichtige, tragende Funktion haben und wo die Schraubendehnung evt. ein wichtiger Faktor sein könnte wie die Schrauben vom Motorträger, Verschraubungen vom Tank, Schwingenverschraubung etc. würd ich die normalen Stahlschrauben verwenden. Auch bei Motorschrauben wo zb Wärmeausdehnung wie zb Dehnschrauben, Zylinder/Kopfverschraubungen etc. würde ich und habe ich die normalen Stahlschrauben verbaut gelassen.


    Unbedingt das Anzugsdrehmoment bei Titanschrauben reduzieren. Bei Edelstahlschrauben etwa 10-20%, bei Titan etwa 20-30%. Edelstahl und Titanschrauben haben eine andere Härte als die 10.9er von KTM und wenn man zb die Motordeckelschrauben beim Motor durch Titanschrauben ersetzt, kanns dann schnell mal sein das ein Gewinde mit raus kommt. Auch unbedingt Keramikpaste bei der Montage verwenden. Reduziert die Gewindereibung und verhindert Spatlkorrosion im Gewinde zwischen Alu und Titan.


    Ich beziehe meine Schrauben von: ProBolt, Screws4Bikes, PKB Performance und Titan Performance.

    Die Schrauben von Jägerschrauben sind zwar gut aber echt extrem teuer, die Schrauben von TI Concepts sehen zwar cool aus, wenn ich aber Schrauben im KTM look haben will, verwend ich doch gleich die originalen KTM Schrauben lul. Außerdem gibts die nur im Set und nicht jede Schraubenlänge einzeln zu kaufen.

    :Kürbis:

  • Wenn es nur um die Farbe geht, was spricht gegen die "Methode Edding"? Ich meine das ernst, wann werden diese Schrauben schon mal gelöst? Von mir aus auch irgendein Lack.

    Das hab ich mir auch schon überlegt, aber ich glaube das hält langfristig nicht, und sieht irgendwie auch gepfuscht aus. An sich bin ich auch bereit etwas Geld auszugeben, aber bei knapp 10€ pro Schraube bin ich dann doch raus :grins:

  • Kyrox was hältst du von den Schrauben, die Adler-Tech da verkauft? In Zukunft wird es dann auch wohl bei diesen Schrauben bleiben, also spielt es für mich keine Rolle, ob es noch andere Maße von denen gibt. Zwecks Drehmoment steht bei denen in der Beschreibung, dass man das Originale verwenden soll. Denkst du wirklich, dass bei so wenig Drehmoment (Lenkerklemme + Gabelbrücke) die Schrauben Schaden nehmen können?

  • Die sehen jetzt nicht schlecht aus, vorausgesetzt die Angaben und die Titanlegierung sind tatsächlich wie angegeben. Bei der Lenkerklemmung und bei der Gabelbrücke kannst du schon das normale Drehmoment verwenden, vor allem weil ja auch grade bei der Gabelbrücke nicht viel Drehmoment verwendet wird. Da hab ich auch das Drehmoment im Handbuch verwendet. Ich würde dir trd. raten, Keramikpaste zu verwenden. Da Titan einen höheren Reibwert als normaler Schraubenstahl aufweist, neigen Titanschrauben beim trockenen festziehen und im Betrieb zum Kaltverschweißen mit dem im eingeschraubten Gewinde. Beim Lösen reißt man die Schraube mehr oder weniger wieder richtig los und gibt in dem fall dem Aluminiumgewinde ordentlich einen mit. Deshalb -> Keramikpaste verwenden, kostet kaum was, dadurch kann man Kaltverschweißen effektiv entgegenwirken und schont das Gewinde.

    Ist ähnlich zu verwenden wie Loctite, vorne am Gewinde ein wenig Keramikpaste drauf, einmal mit dem Finger rum fahren und das reicht schon. Da muss jetzt nicht das ganze Gewinde von der Schraube vollgeschmiert sein.

    :Kürbis:

  • Titan Grade 5 wäre auf jeden Fall schon richtig. Mir wäre die Auswahl jedoch viel zu gering und außerdem handeln ja nicht nur mit Schrauben. Hätte da Schiss, wenn ich Ersatz bräuchte, dass es die nicht mehr gibt und dann keine passenden mehr bekomme. Also wenn schon Titan, dann von einem spezifizierten Händler.


    Ich hatte damals bei meinem Umbau Here you go… quasi sämtliche Schrauben pulvern lassen. Hat auch einige Jahre gehalten. Nur diejenigen, welche öfter gelöst und wieder angezogen wurden, haben im Torx leichten Rostansatz, wenn man genau hingeschaut hat. Hätte ich das alle vier Jahre neu pulvern lassen, wäre das immer noch günstiger gekommen, als Titanschrauben zu kaufen.

  • Dehnschrauben nimmt man nicht weils warm wird im Motor um die Wärmedehnung zu kompensieren, sondern nur um eine konstantere Klemmkraft zu erreichen. Also eine die nicht so stark wie das Drehmoment variert. Dehnschrauben erkennt man am dünneren Schaft und der Vorgabe eines vergleichsweise geringen Anzugsmomentes und einer zusätzlichen Drehwinkelangabe. Solche sind wegen des Reintreibens in die plastische Verformung zwingend nur 1 mal zu verwenden.


    Wenn die Reibung im Gewinde und/oder unter dem Kopf höher ist, dann muss auch das Anzugsmoment erhöht werden und nicht verringert!

    Da gibt es Tabellen wo je nach Reibwert unterschiedliche Anzugsmomente drinnenstehen.

    Das Anzugsmoment ist immer passend zur Schraube so gewählt, dass die Klemmkraft ausreicht um Setzungsverhalten, Vibration, Querkräfte aufzunehmen und vor allem als Losdrehsicherung. Eine zu locker angezogener Schraube kann ihre Vorspannkraft zur Gänze verlieren und sich dann durch die Vibration ganz losdrehen.

    Ich würde bei einem Einzylinder ganz sicher nicht Schrauben vorsätzlich um 30% zu gering anziehen - egal aus welchem Werkstoff.


    Ja, Niro-Schrauben sind batzweich. Die A2-70 haben einer geringere Festigkeit aks 8.8er, nämlich nur 700N/mm² an Zugfestigkeit anstatt 800, die 8.8er kann man aber nur bis 640N/mm² belasten, ansonsten setzt plastische Verformung ein wie bei Dehnschrauben. Diese Streckgrenze tastet man aus Gründen der Missbrauchssicherheit aber eh nie an.

    Niro-Schrauben haben so halt weniger Missbrauchsreserven.

  • Hallo zusammen, nochmal eine kurze Frage dazu, wie man die Schrauben am besten wechselt. Ist es sinnvoll, je eine Schraube rauszudrehen, die Neue einzusetzen, dann anzuziehen und immer so weiter? Oder sollte man erst alle "alten" Schrauben lösen, und dann die Neuen einsetzen? Die erste Variante stelle ich mir etwas einfacher vor, da sich z.B die Gabel während des Wechsels nicht bewegen kann, da sie ja so fixiert bleibt. Wie habt ihr das bei euch gemacht?

  • Ich würde deine erstgenannte Variante wählen.


    Aber Achtung, gerade bei Gabelklemmschrauben zum Schluss nochmal alle nachziehen / kontrollieren.

    Durch das Anziehen der Nachbarschraube kann die Vorspannung der davor angezogenen Schraube verringert sein.


    Bei einer nach der anderen normal nicht, wenn du alle auf einmal tauscht wird es ziemlich sicher vorkommen.