Upgrade Tuningküche: SMC-R

  • Hallo Ora,


    da will ich mal versuchen, Lichts ins Dunkel zu bringen.


    Schön, daß Du mir beipflichtest, daß sich bei Motoren, die so wie die von KTM gestrickt sind, die beste Leistung zwischen einem Gemisch von Lambda 0,82 bis 0,86 abspielt. Würde mich bei der Gelegenheit freuen, was Deiner Meinung nach der Grund für diesen Umstand ist. Oder - anders rum gefragt - warum die Amis (z.B. Dynojet) in ihrer "ehern" Tuningregel Gemisch auf 13:1 (= 10% relative Anfettung = Lambda 0,9) bei dieser Art von Motor so weit daneben liegen.


    Aber back to topic: Ich habe immer gesagt, daß eine Serienabstimmung nie so wirklich schlecht sein kann. Das gilt auch für die Kantn. Die "Trocken- Mager"- Probleme treten erst dann auf, wenn man auf seiner SMC z.B. etwas macht, was die Entwicklung im Werk beim Erstellen der Kennfelder nicht bedacht hat, wie z.B. den Deckel an der Serien-Airbox maximal belüften oder gleich weglassen (das waer mein Tip damals). Dann bekommt der Motor in dem Bereich um die 4500 herum, wo sich der größte Drehmomentzuwachs (=bessere Füllujng) aufgrund dieser Maßnahme einstellt, einfach zu wenig Sprit ab. Das Kennfeld in der ECU weiß, wenn man es ihr nicht ansagt, doch nichts von dieser Mod.


    Ganz besonders gilt dies für das Serienmap. Daran hat sich auch mit der neuen "R" nichts geändert bis auf den Umstand, die Verschlimmerung, wenn man so will, daß die heurige SMC mit frei atmender Airbox nach meinem Eindruck nun so mager rennt, daß sie gefährlich, weil recht vernehmlich, klingelt. Dazu neigte auch schon die alte, frei atmende SMC, doch im Vergleich war das nur ein Ansatz von Klingeln.


    Im übrigen habe ich in im letzten Posting nur vom Acra-Map der neuen "R" gesprochen. Hier sehe ich schon ein echten Unterschied in der Abstimmungs-Philosophie bei KTM: Da alte SMC lief mit Acra und Acra-Map "bestimmungsgemäß" mit Lambda 0,82, also haarscharf auf der fetten Seite vom Gemischfenster. Die neue hingegenn hält sich nach meinen ersten Erfahrungen mit EVO-Map und PP-Deckel dagegen so um die Lambda 0,86 auf.


    Ich nehme mir dann die Freiheit und setzte bei der alten wie der neuen SMC das Gemisch in die Mitte besagten Fensters. Denke mnal, das schmeckt jedem Motor.

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

    (Zwangs-)Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich, da Gewerbeschein-Besitzer

    weitere Bikes: Kawasaki KLE500 (daily commuter), Buell 1125R (die mit dem starken Herz aus Österreich), KTM Duke 790, Kawasaki Z1000´76

  • schade das du nicht im Zuge dessen auf :


    Zitat

    Die Frage wäre , angenommen man würde mit Tune Ecu ?! im Mapping die L-Sonde deaktivieren , funzen die Kastl-Mappings dann noch sauber ? Oder muss es auf diese Gegebenheit neu angepasst werden ??


    eingegangen bist ... :staun:

  • Klar, die echt perfekte Lösung wäre ein Adapterstecker auch für den Poti. Aber der will auch erst einmal gefunden sein. Denn auch hier gibt es nur einen Stecker frei zu kaufen, nämlich den am Serienkabelbaum, das Gegenstück, den Poti-Ersatz, wenn man so will, den gibt es aber nirgends, zumindest nicht vom Hersteller dieser Stecker.


    Selbe Problematik wie mit dem Düsenstecker, gefällt mir auch nicht wirklich, aber so ist nun mal der Stand der Dinge.


    Ich denke mal die Stecker sind von AMP (TYCO ) oder Bosch Automotive.
    Werd mal mit suchen bzw, wenn schon klar ist von wem der Stecker ist, kann ich auch direkt
    anfragen ob die Buchsen lieferbar sind. "Connections" vorhanden. ;-)

    Einmal editiert, zuletzt von ff65fh ()

  • Na wenn die Stecker von AMP oder Bosch wären, dann wäre das alles ja kein Thema. Leider reden wir hier aber von Sumitomo-Steckern "proudly made in Japan". Und da wird es mühsam. Ganz angesehen von der durchschnittlichen Lieferzeit von drei Monaten gibt es hier in Europa so gut wie null Kunden-Support von der Firma, wenn´st nicht gerade BMW oder VW heißt.


    Funzen die Kastl-Mappings, wenn man die Lambdasonde per TuneECU deaktiviert? Im Prinzip ja, will heißen es ändert sich nichts in den Bereichen, in denen das Kastl vorher mit Lambdasonde-aktiv gewirkt hat. Das Kastl tut nur was im "open loop", also in den Drehzahlbereichen und Gasgriffstellungen, in denen die originale ECU nicht auf die Lambdasonde "schaut, sondern auf ihren fix einprogrammierten Mappings rennt.
    Also das Kastl wirkt nur da, wo keine Lambdasonde wirkt. Anders würde das auch keinen Sinn machen, denn jedes Prozent Gemisch-Plus, welches das Kastl dem Motor im "closed loop" vorgäbe, würde von der Lambdaregelung in der ECU sofort kassiert werden.


    Wenn man nun die Lambdasonde per TuneECU deaktiviert, passiert Folgendes: Die ECU wird, wenn man das geänderte Tune über das Diagnosekabel einspielt, auf Null, auf "Werkseinstellung" zurückgesetzt. Normalerweise kommt als nächste Prozedur danach der "Ini-Run". Ohne Lambdasonde "lernt" die ECU in dieser Phase aber gerade mal die (hoffentlich) richtige Leerlaufdrehzahl, vom Gemisch - Lambdasonde ja nicht existent - erfährt die ECU gar nichts. Damit bleiben alle Werte in diesem Fenster, im "closed loop" auf "Werkseinstellung", im Reset-Modus.
    Dies führt dazu, daß alle Motorräder - habe selber noch keine Ausnahme erlebt - mit "Lambdasonde-Aus" im TuneECU im Lambdafenster, also im Schleichbereich bis ca. 5000 UpM und ca. 1,4V TPS-Gasgriff-Spannung dann noch magerer laufen, als sie es täten, ließe man die Sonde im Regelkreis aktiv und ihren Job machen.


    In den Kastl-Maps erkennt man diese Bereiche leicht. Das sind die Zonen, in denen in den Kastl-Kennfeldern "unten rum" jede Menge "Nuller (echte) stehen. Hier ist das Kastl ausgeschaltet, was bleibt ihm anderes übrig?
    Wenn man die Lambdasonde deaktiviert und "bekastelt" ist, sollte überall da, wo im Niedriglast- und Drehzahlbereich im Kastl-Map eine "0" eingetragen ist, hier wenigstens die Werte, Ziffern eintragen, die danach, bei höheren Drehzahlen, vom Kastl "verordnet werden. Aber selbst das reicht zumeist nicht. So als Faustregel würde ich sagen: +10% für das Lambdafenster im Minimum.
    Diese Übung sollte für jeden, der ein USB-Kabelset mit der Soft sein eigen nennt, keine Schwierigkeit sein. Verhauen kann man bei der Sache nur wenig. Im Grunde genommen reden wir hier über die Einstellung der Gemischschraube unten am - nunmehr antiken - Vergaser, davon ob man die 2 (= Serie), 3 oder gleich Maximum-Umdrehungen (so daß sie gerade nicht rausfällt) heraus dreht.
    Das Schlimmste, was man damit verursachen kann, ist ein unnötig hoher Benzinverbrauch auf der Straße, im Alltag. Der wird nämlich in diesem Niedriglast-Bereich "zusammen" gefahren.

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

    (Zwangs-)Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich, da Gewerbeschein-Besitzer

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    Einmal editiert, zuletzt von Highscore () aus folgendem Grund: meine Finger sind zu dick für die Tasten

  • Ich versuche jetzt schon seit 7 Monaten den Stecker zubekommen, sogar mit hilfe eines Freundes der Steuergeräte für die KFZ-Hersteller baut und bis jetzt haben alle Versuche nichts gebracht. Denn wenn hätte highscore schon die Adresse von mir bekommen.

  • @ Highscore,


    ist das noch stärker ausgeprägt Klopfen bei der SMCR nicht auf die Verdichtung zurückzuführen?
    Ist die bei der SMC R nicht etwas höher als bei der SMC?


    Normalerweise müsste man doch mit einem Kraftstoff mit höherer Oktanzahl (Klopffestigkeit) abhilfe schaffen können?
    Ich kennnn das nur aus meinen gering vorhandenen Saugertuning erfahrungen so. Gerade auch die höhere Verdichtung sollte
    untenrum (untere Drehzahlen) der SMCR auch etwas mehr Drehmoment bringen.


    Grüße Chris

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    Schön, daß Du mir beipflichtest, daß sich bei Motoren, die so wie die von KTM gestrickt sind, die beste Leistung zwischen einem Gemisch von Lambda 0,82 bis 0,86 abspielt. Würde mich bei der Gelegenheit freuen, was Deiner Meinung nach der Grund für diesen Umstand ist. Oder - anders rum gefragt - warum die Amis (z.B. Dynojet) in ihrer "ehern" Tuningregel Gemisch auf 13:1 (= 10% relative Anfettung = Lambda 0,9) bei dieser Art von Motor so weit daneben liegen.


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    Im übrigen habe ich in im letzten Posting nur vom Acra-Map der neuen "R" gesprochen. Hier sehe ich schon ein echten Unterschied in der Abstimmungs-Philosophie bei KTM: Da alte SMC lief mit Acra und Acra-Map "bestimmungsgemäß" mit Lambda 0,82, also haarscharf auf der fetten Seite vom Gemischfenster. Die neue hingegenn hält sich nach meinen ersten Erfahrungen mit EVO-Map und PP-Deckel dagegen so um die Lambda 0,86 auf.
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    Freut mich dass meine Einschätzung mit dem Lambdafenster von grob 0,82 bis 0,86 richtig war, wirklich sehen tut man es letztendlich ja nur am Prüfstand, abschätzen kann man es wenn man Erfahrung hat anhand anderer Motoren.


    Zum Thema warum Dynojet oft mit Lambda 0,9 fährt: das hängt ja letztendlich sehr stark von sehr vielen Faktoren ab: wie hoch ist die Turbulenz in meinem Brennraum (kurze Ansaugwege mit großen Ventilquerschnitten und wenig Drall / tumble in der Strömung sorgen oft für niedrige Turbulenz im Brennraum womit tendentiell fetter für gleiche Leistung wie mit hoher Turbulenz gefahren werden muss), wie groß sind die Flammwege (je kleiner desto besser, diesbezüglich würd mich interessieren inwiefern die Doppelzündungs - 690er besser sind; eigentlich müßte die Klopfneigung deutlich geringer sein und die gute mit etwas höherem Lambda hohe Leistungswerte drücken), welche Abgastemperaturen vertragen Auslassseite und Kopf etc. usw.


    Vielleicht wurde da festgestellt dass man mit Lambda 0,9 keinerlei Probleme mit Klopfen und Temperaturen hat und gleichzeitig weiteres Anfetten kaum bis gar nicht Leistungszuwachs bringt, dann läßt man die 0,9 stehen und hat alles richtig gemacht !


    Allerdings: das Lehrbuch sagt: ideale Leistung bei Lambda ~ 0,85, und meiner Erfahrung nach paßt dieser Ansatz so gut wie immer.


    Neue Motorkonzepte fahren zur Verbrauchssenkung aber teilweise Lambda 1,0 übers quasi gesamte Kennfeld (sogar Turbos, bei Audi z.b. die neue 1,8l T Generation mit gekühlter Abgasseite) da man auf das letzte Quäntchen Leistung verzichten kann.


    Bei Motoren wie in unseren Kürbissen bin ich aber ganz auf deiner Seite: ganz, ganz einfach ausgedrückt: kucken dass möglichst viel Luft rein kommt und möglichst ungehindert wieder raus kann, darauf das Gemisch einstellen mit der sich der Motor am wohlsten fühlt :Daumen hoch:


    Interessant wäre evtl. noch wieviel die Teile an mehr Frühzündugn vertragen wenn man mit Super+ fährt und was das an Mehrleistung und Moment bringt.


    Wäre wie gesagt interessant (vor allem bei der Doppelzündung !), aber ja, ich weiß auch dass man diesen Erkenntnisgewinn auch mal mit zu Klump gefahrenen Motoren zahlen kann...

  • Sehr interessant, dh. bei deaktivierter Lambdasonde ist es sehr wichtig ein wirklich passendes Map zu haben das im unteren Drehzalhbereich schön anfettet.
    Genau das macht wohl auch das ABP MAP in Verbindung mit offenem Luftfilter.
    Auch die Lambdasonde ist beim ABP Map dekativiert.

    [color=#ff6600]MoGG #94 Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit :grins::wheelie:

  • das ganze ist aber mehr als zweischneidig. die lambdasonde ist sozusagen das kleinhirn des systems. die lambdasonde abzuklemmen bedeutet aus einem intelligenten system ein weniger intelligentes zu machen. dann kannst eigentlich fast schon wieder einen vergaser nehmen...

    das kreuz mit den sonden ist, dass nur die billigste ware verbaut wird die meist träge reagiert und ohnedies nur in einem gewissen fenster von relevanz ist. moderne systeme beweisen, dass dies nicht so sein muss. es gibt durchaus wirksame, schnelle wide band sonden. die kosten dann halt.

  • der highscore hat die lambda sonde bei meiner smc deaktiviert. läuft einwandfrei.

  • .

    3 Mal editiert, zuletzt von ff65fh ()

  • Danke für Euren Einsatz. Alibaba.com habe ich auch schión getestet für Stecker. Nur schlechte erfahrungen gemacht. Habe immer irgendwelche Stecker bekommen, aber nie die richtigen. Beschwer dich dann aber mal in China. Da ist dann Ende der Leitung - Im Wortsinn.


    Wenn da als Zahlungsbedingung bei Alibba "Western Union" steht, ist überhaupt Vorsicht geboten: Da ist dann das Geld leider zumeist "aufgegeben" - auch im Wortsinn -, einfach weg

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

    (Zwangs-)Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich, da Gewerbeschein-Besitzer

    weitere Bikes: Kawasaki KLE500 (daily commuter), Buell 1125R (die mit dem starken Herz aus Österreich), KTM Duke 790, Kawasaki Z1000´76

  • der highscore hat die lambda sonde bei meiner smc deaktiviert. läuft einwandfrei.


    wohl eine verzweiflungstat. oder er hat seine meinung grundsätzlich geändert, was ich persönlich schade fände...

  • er sagt dass sie dann mehr leistung hätte, wenn ich mich richtig erinnere.

  • glaube ich auch. allerdings hat das ganze auch nachteile, powercommanderfahrer die ab und zu mal in die berge fahren können ein lied davon singen....

  • hmm. Da kann ich mir schon vorstellen, dass das Gemisch dann zu sehr anfettet. :denk: Sind mal am Rossfeld gewesen und mir ist nix negatives aufgefallen. Gut, ist ja auch jetzt nicht soooo hoch. Wäre interessant wie es auf der Glocknerstrasse (ca 2500 m) aussieht.


    Ich rufe ihn morgen an und frage ihn, ob es nicht besser wäre,die Sonde via Tune Ecu wieder zu aktivieren. Das Kabel habe ich zu Hause.


    Ich fahre ja meistens in den Bergen. :grins:


    :winke:

  • Und was ist dann von dieser Aussage zu halten:


    Zitat highscore, Post 110: " Hier gab es Acra-Maps für "all years", bei denen KTM die Lambdasonde einfach weggeschaltet hat.


    So ein Map ist natürlich die ideale Basis für eine Tuning-Abstimmung. Schade, daß es so etwas für den Jahrgang 2012 von KTM nicht mehr gibt.


    Aus diesem Grund denke ich ernsthaft darüber nach, für meine "Kastln" für die 2012er einen "Lambda-Eliminator mit einzupacken. Hätte - lest meine alten Postings - nie gedacht, daß das mal so weit kommt. Aber nun schient es notwendig zu werden.


    Highscore "


    Bitte um Aufklärung.


  • das muss nicht zwangsläufig ein problem hervorrufen. bei manchen motorrädern funktioniert das trotz deaktivierter lambdasonde einwandfrei bei manchen nicht. ich kenne 990er mit deaktivierten sonden die sehr deutliche probleme bekommen wenn sie die 2200 meter marke überschreiten. bekannter mit kawa z1000 und pc hat ein extra höhen-map auf das er umschaltet.


    wenn es bei dir funktioniert ist das ja ok. die lambdasonde regelt nicht wirklich über den gesamten drehzahlbereich. aber das dürfte ja bekannt sein.


  • von dieser aussage ist folgendes zu halten. acra maps sind grundsätzlich nicht für den strassenbetrieb gedacht. damit ist die erste frage eigentlich beantwortet. ktm empfiehlt zum beispiel bei der 990er und verwendung der akra-töpfe mit katalysatoren das standard map zu fahren. ohne kats empfiehlt ktm das akra-map. daraus und aus der tatsache das die akra-anlage für die 690er nicht für den strassenbetrieb zugelassen ist, lässt sich glaube ich schon was interpretieren. und für betrieb auf der rennstrecke wo im oberen drehzahlbereich gefahren wird brauchts die lambdasonde nicht.


    zur zweiten frage. kann ich nicht beantworten. aus christians antwort sieht man aber, dass er das selber nicht so gern tut weil ihm die nachteile sehr wohl bekannt sind. manchmal muss man die aber leider in kauf nehmen um das gesamt beste ergebnis zu erhalten.

  • Danke Steve, daß Du Dich um meinen Verzweiflungsgrad sorgst. Ich an deiner Stelle würde eher an der Eichung Deines Popometers zweifeln/verzweifen: 15PS Mehrleistung auf der SMC-R von 8000 bis Ende "Spielzeit" bei 8500 sind für Dich nur ein laues Lüfterl? Fürchte, Du bist zu lange "dicke Eisen" mit Hubraum und Leistung satt gefahren und innerlich noch am rekalibrieren. Vielleicht hilft ja als "mentale" Übung, einen Monat mit dem 34-PS-Map zu fahren, um den Horizont wieder zurecht zu rücken. :achtung ironie:


    Zurück zum Thema und zur Lambdasonde. Schon richtig, daß ich eigentlich ein Fan vom Lambdakreis bin. Bin für diese Überzeugung bei den Engländern im Superduke mit Verachtung gestraft worden. Da hatte kein Londoner irgendwelche Probleme mit Überfetten, wenn man O2-Eliminatoren einsetzt, aber die kennen auch nur weite Horizonte und Meeresniveau.


    Mittlerweile bin ich, was die Lambdasonde angeht, etwas weltoffener in meiner Haltung geworden. Schuld daran hat TuneECU, das zeigt, es gibt Maps von KTM, bei denen diese Sonde werksseitig deaktiviert ist.
    Der zweite Eye-Opener war die Duke-IV (hoffe, ich kann die Geschichte dazu heute noch finalisieren). Die Doppelzündung auf dem neuen Fürsten funktioniert nämlich wirklich, und zwar geradezu sensationell: Motor läuft so bis Halbgas durchgehend mit Lambda=1, also mit dem Gemisch für optimales Abgas bei erträglich niedrigen Verbrauch, und da ruckelt/zuckelt gar nichts im Antriebsstrang, nicht einmal ansatzweise.


    Warum sollte einer auf die Idee kommen, den Motor in der Teillast anders als mit Lambda=1 laufen zu lassen? Damit man bei Drittelgas dann 3PS mehr hat? Ist doch in der Teillast kein Problem. wenn man mehr Power braucht/will, dreht man einfach ein wenig mehr am Griff rechts und stellt den z.B. von 35 auf 40% DK-Öffnung.


    Also die Leistung ist sicher nicht das Problem mit dem Lambda in der Teillast, es geht um das Teillastruckeln, das einem die Laune verderben kann. Diese Unregelmäßigkeiten in der Verbrennung beuteln (im Wortsinn) gerade die Kantn, weil die Mostschädeln (KTM liegt im österreichischen Mostviertel) es einfach nic ht drauf haben mit den Brennräumen. Wird zwar mit der Zeit so langsam besser, aber Ducati spielt da z.B. designmäßig in einer ganz anderen Liga.


    Ein Brennraum, der sub-optimal brennt, bringt gerade in der Teillast Probleme. Hier bekommt der Motor nur wenig Füllung. Entsprechend schwach ist die Verwirbelung, der Tumble, die Ladungsbewegung im Zylinderkopf. Verschärft wird das Ganze noch dadurch, daß in der Teillast der Motor nur schlecht spült, d.h. er hat Probleme, das Abgas los zu werden. Das strömt nämlich, wenn hinter der nur zart geöffneten DK großer Unterdruck herrscht, gern während der Ventilüberschneidung aus dem Auspuff zurück in den Brennraum und macht die Ladung damit noch extra zündunwillig.


    Bislang war es bei KTM so, daß man mit einem Acra-Map recht gut bedient war, denn hier beschränkt sich der Lambda-Zauber euf einen schmalen Bereich, der gerade mal ausreicht, die ASU zu schaffen. Diesen Weg hat die Company aber offenkundig 2012 verlassen, denn nun ist das auch das EVO-Map so "sauber" wie nie zuvor.
    Ich sehe das als Rückschritt. Meine Idee, die SMC-R mit O2-Eliminatoren aufzurüsten, ist nur die Reaktion darauf.


    So ein Lambda-Eliminator ist keine Hexerei, das sind nur ein paar Widerstände, mehr ist da nicht drinnen. Das kriege ich kurzfristig hin.
    Ob das dann auch am Berg fährt? Wird man testen müssen. Ich kenne das wenigstens einen: den Herm mit seiner Duke-III-R, sonst meist in der "Dukecity" unterwegs, aber er steckt sicher auch hier seine Nase von Zeit zu Zeit rein. Dem habe ich so einen Eliminator aus echter Verzweiflung eingebaut, weil der Herm ist sehr sensibel und mag die Teillastruckelei so gar nicht, nicht einmal im Ansatz.
    Der Herm ist Vielfahrer. Er hat schon über 20000 km auf seine O2-Eliminator-Duke drauf geradelt. Da waren - in Österreich geht das gar nicht anders - sicher auch Bergpassagen dabei. Soweit ich weiß - er kommt so im zwei-Monats-Rhytmus zum Reifenwechsel vorbei - ist er immer noch sehr zufrieden mit seinem Bike und weiß nicht Negatives zu berichten.
    Das heißt schon was, denn der Herm ist anspruchsvoll.

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

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    weitere Bikes: Kawasaki KLE500 (daily commuter), Buell 1125R (die mit dem starken Herz aus Österreich), KTM Duke 790, Kawasaki Z1000´76