Ewig gestanden

  • Hi,

    meine Frau hat sich 2017 die 390er neu gekauft und ist leider nur 150km damit gefahren.

    Aus gesundheitlichen Gründen wurde die Maschine seit 2018 nicht mehr bewegt.

    Ich habe keine Ahnung von Motorrädern und auch keinen Führerschein dafür.

    Jetzt habe ich die Maschine zum verkauf inseriert und möchte wissen ob man die Maschine jetzt nach so langer Zeit noch einfach starten kann.

    Die Batterie ist tot und lässt sich nicht mehr laden.

    Ich frage deswegen, weil ein Kumpel mich verunsichert hat und meinte, das man sie wegen dem Öl usw. lieber nicht starten sollte um sich keinen „Dreck“ und den Motor zu ziehen 🤷🏻‍♂️

    Könnt ihr mir evtl. einen Rat geben

    LG Star

  • Nachdem das Öl beim Abstellen quasi neu war, würde ich mit keine Sorgen machen.


    Ein potenzieller Käufer wird aber eine neue Batterie haben wollen, damit er überhaupt was probieren kann.


    Einen Ölwechsel, Bremsflüssigkeitswechsel, Reifenwechsel und eine kleine Sicherheit zwecks weiterer möglicher Undichtigkeiten wird der Käufer allerdings vom Preis abziehen wollen.

  • Vielen Dank für den Tipp.

    Ich wollte das Motorrad wegen deiner benannten Mängel (und Kette) für ca. 2.700 -3.000€ inserieren.

    Ist das realistisch?

    Laut Mobile.de usw. werden die mit 3.500 - 4.000€ fahrtüchtig gehandelt.

  • Das kann ich dir so leider nicht beurteilen, dazu kenn ich mich mit den Preisen in den Segment zu wenig aus.


    Auf alle Fälle muss die Batterie neu und fad Ding laufen, ansonsten verschreckt das wohl potenzielle Käufer.


    Dummerweise wäre es auf alle Fälle sinnvoll den alten Sprit unbedingt vor dem Starten zu entsorgen (und zu hoffen, dass der alte Sprit nicht schon irgendwo verharzt ist).


    Ideal wäre also ein Mechaniker oder eine kleine Werkstatt, die dir das Ding erstmal flott machen, fad steigert die Chancen es gut zu verkaufen ungemein.


    Ein Inserat ist schnell geschaltet - dann siehst du schnell ob es Interesse gibt oder doch der Preis zu hoch ist.

  • Die zentrale Frage aus meiner Sicht ist: Will man Zeit und Geld investieren, um einen besseren Preis zu erzielen, oder soll die Maschine weg?


    Dann bleiben drei Optionen:


    1. Inserieren wie sie ist. Da werden sich nur wenige Interessenten finden, aber mit den 150km kann man sie vielleicht anlocken. -> Geringster Aufwand, geringster Preis.


    2. Wenigstens Batterie und Benzin erneuern, einen Ölwechsel würde ich dann auch gleich noch machen. Da wird man mehr Interessenten finden, insbesondere solche die den eigentlichen Kundendienst selber machen wollen. -> Einiger Aufwand, mittlerer Preis.


    3. Das Motorrad komplett "kundendiensten". Dafür wird man die meisten Interessenten finden, vor allem wenn der KD in einer KTM-Werkstatt gemacht wurde. -> höchster Aufwand und bester Preis.

    Einen Werkstatttermin zu bekommen wird jetzt schwierig sein. Im Herbst ist es besser aber dann sind Preise und Nachfrage im Keller. Oder man verschiebt das ganze in den nächsten Februar, aber dann steht sie noch lang herum und ist dann auch wieder ein Jahr älter.


    PS: neue Reifen zu kaufen würde ich dem Käufer überlassen (d.h. Preisnachlass). Dann kann er selber entscheiden, welche Marke/Typ er will.

    Gruß

    Richard

  • Hallo Richard,

    vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Leider kann ich nichts selber machen und habe auch keine direkte Möglichkeit die Maschine irgendwo hin zu bringen.

    Ob die Preise bei Mobile usw. bezahlt werden weiß ich nicht, aber das ist für mich nur eine Richtung.

    Laut KTM Werkstatt würde die komplette Überholung inkl. TÜV, Reifen, Ölwechsel usw. ca. 1.000,-€ kosten.

    Ich bin echt ratlos und habe tatsächlich drüber nachgedacht die noch stehen zu lassen und im nächsten Frühjahr es ordentlich anzugehen.

    Dieses Jahr fehlt mir die Zeit und die Kohle es fertig zu machen.

    Wenn mir einer morgen ein ordentliches Angebot macht, dann habe ich Glück, auch wenn ich weniger damit verdiene.

    LG Star

  • Stell sie doch mal hier in Forum bei "ich biete" rein. Hier gibts jede Menge Leute, die gerne basteln und so eine Maschine auch beurteilen können ohne dass sie von der Werkstatt überholt wurde. (Das wäre dann halt Variante 1), aber für dich einfach ein Thema weniger, um dass du dich kümmern musst. Und wenn du dich gar nicht auskennst, dann erzählen dir leider die Werkstätten auch schnell einen vom Wolf und machen vor allem ihr eigenes Geschäft.

  • Hallo!


    Also ich seh da kein Thema. was sind 150km grad das der Motor weiß, dass er sich drehen muss. Neue Batterie rein, warm laufen lassen Öl mit Filter wechseln und sie wieder fahrbar. Wenn du nicht aus Deutschlang wärst, hät ich sie dir abgekauft. 3000 - 3500€ klingt fair.


    lg

  • Stell sie doch mal hier in Forum bei "ich biete" rein. Hier gibts jede Menge Leute, die gerne basteln und so eine Maschine auch beurteilen können ohne dass sie von der Werkstatt überholt wurde. (Das wäre dann halt Variante 1), aber für dich einfach ein Thema weniger, um dass du dich kümmern musst. Und wenn du dich gar nicht auskennst, dann erzählen dir leider die Werkstätten auch schnell einen vom Wolf und machen vor allem ihr eigenes Geschäft.

    Danke für den Tipp,

    die Maschine steht seit 2 oder 3 Tagen drin unter Biete.

    LG Stern


  • Laut KTM Werkstatt würde die komplette Überholung inkl. TÜV, Reifen, Ölwechsel usw. ca. 1.000,-€ kosten.

    Wie gesagt, Reifen würde ich nicht machen. Da hat jeder Fahrer so seine eigene Vorstellung was die "richtigen" sind.

    Allerdings kann es sein, wenn die Reifen schon zu rissig sind, dass es keinen frischen TÜV mehr gibt. Zum Verkaufen würde aber auch der Prüfbericht reichen so in der Art "keine Mängel außer den Reifen"

    Gruß

    Richard

  • Soweit ich weiß kann man in D kein Fahrzeug anmelden, das nicht noch mindestens 6 Monate gültigen TÜV hat. Also muss der Käufer erstmal zum TÜV mit dem Fahrzeug. Da gibt es auch Fristen und ich bin mir nicht sicher, ob aufgrund der langen Zeit nicht sogar eine Einzelabnahme erforderlich ist. Da würde ich erstmal nachfragen.

  • Soweit ich weiß kann man in D kein Fahrzeug anmelden, das nicht noch mindestens 6 Monate gültigen TÜV hat. Also muss der Käufer erstmal zum TÜV mit dem Fahrzeug. Da gibt es auch Fristen und ich bin mir nicht sicher, ob aufgrund der langen Zeit nicht sogar eine Einzelabnahme erforderlich ist. Da würde ich erstmal nachfragen.

    Ich würde mich diesbezüglich auch an eine Prüfstelle wenden und mich informieren. In der Regel muss die Prüfstelle eine erweiterte HU machen, wenn mehr als 2 Monate abgelaufen sind, was natürlich etwas teurer wird.

    Es ist vorgegeben, das bei Überziehen der HU um mehr als 8 Monate, ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg zu Buche schlagen, sollte man das Fahrzeug im öffentlichen Verkehr bewegen. Somit fällt eine Probefahrt für den Käufer leider aus. Hier gab es irgendwo ein Thread, da wurde darüber ausführlich diskutiert. Direkte Fahrten zur Prüfstelle oder Werkstatt im Zulassungsbezirk sind dabei aber kein Problem.

  • Gibt es bei der Wiederzulassung Fristen zu beachten? Der Gesetzgeber gibt generell keine bestimmte Anzahl von Jahren vor, in der eine Wiederzulassung erfolgen muss. Allerdings sollten Fahrzeughalter beachten, dass die Betriebserlaubnis bei einer Außerbetriebssetzung nach 7 Jahren erlischt. Innerhalb dieses Zeitraums ist die erneute Zulassung problemlos mit dem Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung möglich, wohingegen das Gesetz danach ein Vollgutachten des Fahrzeugs vorschreibt.


    Quelle: https://www.bussgeldkatalog.org/wiederzulassung/


    siehe auch: https://www.tuvsud.com/de-de/b…ng/paragraph-21-gutachten

  • Der Paragraf 21 StVZO regelt die Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge. Vollgutachten sind Pflicht für Fahrzeuge, die länger als 7 Jahre außer Betrieb gesetzt wurden und für die keine der folgenden Unterlagen für die Wiederzulassung vorliegt:

    • Datenbestätigung
    • Bescheinigung über die Einzelgenehmigung
    • EG-Übereinstimmungsbescheinigung

    Lese mal was da steht. Wenn man keine Papiere hat braucht man ein Vollgutachten.

  • Da hast Du wohl recht :Daumen hoch: , hatte seinerzeit von der Zulassungsstelle die Info erhalten das ein KFZ nach 7 Jahren Ausserbetriebsetzung im System gelöscht wird und danach eine Einzelabnahme benötigt.

    Wenn die entsprechenden Unterlagen noch vorhanden sind sollte das wohl nicht nötig sein.

    Allerdings muss dann wohl von einem Sachverständigen eine Datenbestätigung eingeholt werden. Welche Kosten damit verbunden sind konnte ich nicht in Erfahrung bringen.


    "Bei Fahrzeugen, die länger als 7 Jahre außer Betrieb gesetzt waren, die Fahrzeugpapiere (Fahrzeugbrief, ZBII, Betriebserlaubnis) noch vorhanden sind, wird eine Bestätigung eines amtlich anerkannten Sachverständigen benötigt, dass das Fahrzeug sich noch im gleichen Zustand befindet plus einer gültigen HU Abnahme."