Richtiges Benutzen von Loctite

  • Moin Moin,

    ich habe gestern zum ersten Mal Räder gewechselt. Mit einem Video und dem Handbuch ging das auch relativ einfach. Warum auch immer, habe ich aber über eine halbe Stunde gebracuht um den Auspuff über die Zinndichtung(?) zu bekommen. Aber egal, meine Frage:


    Im Handbuch steht man soll die Schrauben der Bremssättel mit Loctite befestigen. Ich habe Loctite in 243 und nun gern gewußt wieviel man davon nimmt. die Schraube ist ja gefühlt 10cm lang, schmier ich nun die ganze Schraube damit ein oder nur unten oder oben ein Punkt? Oder wie auch immer?


    Also, ich habe tatsälich keine handwerklichen Talente und wenn ich bei jemand festhalte ist es als ob zwei andere loslassen...


    Freue mich über die Aufklärung und ja, ihr dürft lachen... :lol:


    VG Tom

  • seas,


    anwendungsvideo von loctite


    ps: wenn du handwerklich so unbegabt bist wie du über dich schreibst, ist es dann klug an der bremse zu hantiern?

    Ich hantiere ja nicht an der Bremse sondern dreh nur ein paar Schrauben raus und nach Handbuch mit NM wieder fest. Das Video kenne ich aber mir ist nicht ganz klar wo ich es bei dieser Langen schraube auftrage, weil es ja auch eigentlich ein Sackloch ist...

  • Ich hantiere ja nicht an der Bremse sondern dreh nur ein paar Schrauben raus und nach Handbuch mit NM wieder fest. Das Video kenne ich aber mir ist nicht ganz klar wo ich es bei dieser Langen schraube auftrage, weil es ja auch eigentlich ein Sackloch ist...

    Bei einem Sackloch gelten spezielle Bedingungen. Ich glaube in diesem Fall musste man das Loctite im unteren Bereich auf das Gewinde am Sackloch aufbringen und nicht auf der Schraube, da die Luft in einem Sackloch nicht "nach unten" entweichen kann sondern nach oben rausgedrückt wird. Wenn man es auf der Schraube aufträgt, drückt die Luft beim reinschrauben das Loctite nach oben. Dazu gibt es aber auch ein YT Video. Ansonsten das Loctite immer an der Spitze der Schraube anbringen. Ein kleiner Tropfen reicht.


    Schraubensicherung mit Loctite | ERIKS shop DE

  • Wie schon angesprochen.

    Einfach einen guten Tropfen auf das Gewinde der Schraube.

    Natürlich nicht im oberen Bereich, sondern mittig.


    Das ist kein Korossionschutz und auch kein Klebstoff.

    Sondern eine Verdrehsicherung für die Schraube, die bei Kontakt mit Eisen aushärtet. Deshalb bleibt ja Loctite immer schön flüssig in der Flasche.


    Normalerweise sollte man die Schraube vom alten Loctite reinigen (Drahtbürste), damit eben der Kontakt zum Eisen gut hergestellt wird.

    Der tropfen wird beim Reinschrauben im Hohlraum des Gewindes auf mehrere Gewindegänge verteilt und die Schraube ist nach etwas Zeit gesichert.

    Da muss und soll nicht die ganze Schraube eingeschmiert werden. Das gibt dann eine große Sauerei, weil ja nicht viel Platz im Gewinde ist

    Auch nicht mit dem Finger verstreichen.

    Viele Grüße


    Gerhard


    >>Eine Kurve ist erst dann eine Kurve, wenn ich nicht so schnell fahren kann wie ich darf!<<:grins:

  • Ich habe den Hinweis mit Loctite im Reparaturhandbuch auch gelesen.
    Wie bereits die Vorredner gesagt haben ist es eine Verdrehsicherung, und man sollte es sehr sparsam verwenden (also max. ein kleiner Tropfen auf das Gewinde). Es härtet unter Luftabschluss und bei Kontakt mit dem Metall aus.

    Ich bin aber kein Fan davon bei den Bremssattelschrauben überhaupt Schraubensicherung zu verwenden. Nach und nach sammeln sind dadurch bei jedem Reifenwechsel immer mehr Reste im Gewinde, da die Sacklöcher schwer von den Resten zu befreien sind (außer man geht jedes mal mit einer Gewindefeile nach). Irgendwann geht das dann auf das Gewinde.


    Ich kenne diese Vorschrift auch nicht von anderen Herstellern.
    Bei meiner ehem. RSV4 mit Brembo M50 Sätteln war davon auch keine Rede. Einfach mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festziehen.

    Ich markiere die Bremssattelschrauben lediglich mit Lackstift, um zu sehen ob sie wandern. Die Markierungen prüfe ich dann regemäßig beim Putzen bzw. beim Kettenschmieren.

  • habe NOCH NIE eine Schraubensicherung bei diesen Schrauben verwendet, eine Markierung , und Kontrolle hat seit 30 Jahren vollkommen ausgereicht

  • Sehr gut erklärt, so mache ich das. Auch an die anderen Vorredner ein heeeeeeeeeeerzliches Dankeschön, das Thema ist damit erledigt.

    #closed

  • Seit ich mal Bremssattelschrauben (vom Händler montiert) ausbohren lassen musste, kommt mir da kein Loctite mehr dran.

    Das war vielleicht ein Akt. Meinen eigenen und noch 2 Torx Nüsse beim Händler abgerissen, mit Hitze und Kältespray gearbeitet und am Ende doch zur Brutalomethode greifen müssen.


    Da sich die Schrauben nach Anzug mit entsprechendem Drehmoment auch noch nie gelockert haben, verzichte ich mittlerweile auch darauf einen Lackpunkt zu setzen.

  • Der Lackpunpkt ist eher die Bestätigung für einen selbst das Drehmoment richtig gesetzt zu haben.


    Wir machen alle mal Fehler. :prost:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Wer von euch lässt seinen drehmomentschlüssel kalibrieren? Wie es in Betrieben gefordert ist…

    Ich nicht, und weils mich interessiert hat habe ich meinen 50€ drehmomentheinrich mal geprüft bei den radbolzen von Auto. Mit meinem die geforderten 180nm angezogen, mit dem aus der Firma aufgemacht. Dazu auf 150nm gestellt und die Schraube war ohne das knacken offen. Bei der nächsten Schraube auf 130nm gestellt, da hat’s geknackt.

    2. Versuch mit meinem die 180nm angezogen, mit dem aus der Firma auf 180nm gestellt und ich konnte noch weiter anziehen vor dem knacken

    Einmal editiert, zuletzt von mc350f ()

  • ich arbeite seit über 40 jahren mit drehmoment und oder drehwinkel und markierungen und eher selten mit "loctite". mir ist bisher noch nichts wichtiges abgefallen und alle motoren laufen noch. sinn und gesunder menschenverstand sind nicht durch kleber oder unwissenheit zu ersetzen. früher haben wir die drehmomentschlüssel solange genutzt bis wir ein schlechtes gefühl hatten oder das erste gewinde abgerissen ist. dann ab in die metalltonne und neue gekauft. die kalibrierung kam erst mit dem qualitätsmanagment gross auf und war so teuer z.b. bei wü...th das es billiger war neue zu kaufen.

  • Sondern eine Verdrehsicherung für die Schraube, die bei Kontakt mit Eisen aushärtet. Deshalb bleibt ja Loctite immer schön flüssig in der Flasche.

    das belastet mich, kann heute sicher nicht schlafen wenn die Frage in meinem Kopf herumgeistert.... wie weis denn der Loctitetropfen ob er sich auf Eisen oder anderen Materialen befindet :zunge: ?

  • das belastet mich, kann heute sicher nicht schlafen wenn die Frage in meinem Kopf herumgeistert.... wie weis denn der Loctitetropfen ob er sich auf Eisen oder anderen Materialen befindet :zunge: ?

    Chemische Reaktion mit dem Metall.
    Hier das Produktblatt von einer Liqui Moly Variante.

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  • Loctite 243 hat eine anaerobe Aushärtung d.h. härtet unter Luftentzug (Luftausschluß) aus.

    Ja, natürlich, das ist so bei Schraubensicherung. Aber die Aushärtzeit und Endfestigkeit ist abhängig vom umgebenden Material.
    Hier im Detail genau für Loctite 243 im Produktdatenblatt von Loctite:
    https://w-r-lang.de/content/up…hnisches%20Datenblatt.pdf

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  • nicht ganz richtig: es gibt aerobe und anaerobe kleber, je nach anwendungszweck.