KTM 890Adv Wartung selber durchführen

  • dass Bremsflüssigkeit von der Bremse zurück zum Ausgleichbehälter fließt.

    Jain, das "geschlossene Bremsflüssigkeits-System" bewegt sich hin und her. Du glaubst doch nicht, dass bei einem Regelvorgang auch nur ein Tropfen vom ABS-Modul bis zum Ausgleichsbehälter fließt?

    Too old to die young

    KTM 950SM(R) ´06

    Ducati Multistrada 1200 ´12

  • Jain, das "geschlossene Bremsflüssigkeits-System" bewegt sich hin und her. Du glaubst doch nicht, dass bei einem Regelvorgang auch nur ein Tropfen vom ABS-Modul bis zum Ausgleichsbehälter fließt?

    Doch genau das passiert. Nochmal, das ABS-"Modul" ist nichts weiter als ein Doppelventil plus eine weitere Leitung für die Bremsflüssigkeit. Das ist kein eigenes abgeschottetes System.
    Der ABS Kreislauf ist natürlich - im Vergleich zum Rest - sehr klein, und da fließt keine Flüssigkeit vom unten am Rad nach oben zum Ausgleichsbehälter.


    Aber die Bremsflüssigkeit bewegt nicht nur hin und her, sondern auch rein und raus. Wo glaubst du denn wo die sich hin und von wo sie sich der bewegt? Das ABS hat keinen eigenen Ausgleichsbehälter (kann gut sein, dass das bei komplexeren Fahrzeugen, wie z.B. bei Autos mit CBS und Notbremsassistent anders ist, da die ja selbst bremsen können müssen, aber um die geht es hier ja nicht).


    Wenn zwischen ABS-Ventil und Bremszylinder Druck abgebaut werden soll, ist das nur möglich in dem ein Rückfluss in den Hauptkreislauf ermöglicht wird. Der Druck verschwindet ja nicht magisch. Und durch diesen Rückfluss findet ein Austausch von Bremsflüssigkeit zwischen den ABS-Kreislauf und dem Hauptkreislauf statt.

  • Die "ABS-Einheit" ist nur nen Elektromagnet der zwei Ventile steuert. Die Funktion wird über einen zweiten Kreislauf für die Bremsflüssigkeit ermöglicht und um den gehts. Und da fließt sehr wohl was hin und her.
    Die Funktion des ABS wird durch den Rückfluss von Bremsflüssigkeit in den Ausgleichsbehälter überhaupt erst ermöglicht.


    Wenn man stark genug Bremst um das ABS auszulösen, dann wird erstmal nur der Aufbau von mehr Bremsdruck verhindert in dem das Ventil zu den Bremsen geschlossen wird. (Das spürst du sofort am Bremshebel, da du dann nur noch die Flüssigkeit im Ausgleichsbehälter komprimierst, was den Widerstand erhöht.)
    Reicht das nicht aus, da das Rad weiterhin zum Blockieren neigt, oder weil der Fahrer weiter den Bremshebel betätigt, wird Bremsdruck aktiv abgebaut, in dem das zweite Ventil geöffnet wird, und das ermöglicht, dass Bremsflüssigkeit von der Bremse zurück zum Ausgleichbehälter fließt.
    Sobald sich die Drehzahlen der Räder wieder normalisiert hat, wird wieder das erste Ventil geöffnet, so dass der erhöhte Druck im Ausgleichbehälter wieder abgebaut wird, d.h. Bremsflüssigkeit zur Bremse zurückfließt. Wenn der Druck wieder ausgeglichen ist hat damit etwas Bremsflüssigkeit eine Schleife zurückgelegt. Und wenn du das oft genug machst, hast du den Sekundärkreislauf einmal durchgespült.

    Sorry, aber mir stellen sich die Haare auf.


    Der Ausgleichsbehälter ist und bleibt druckfrei. Er ist kein geschlossenes Behältnis - darin kann man keinen Druck aufbauen.

    Die Leitung zurück in den Ausgleichsbehälter hab ich auch noch nicht gefunden...



    Grob vereinfacht "hält" das System den Druck, in dem es Geber (Bremspumpe) und Nehmer (Bremssättel) trennt.

    Muss weiter Druck abgebaut werden, bewegt sich ein Kolben und vergrößert somit den Raum in dem Nehmersystem.

    Braucht man nun wieder mehr Druck wird der Kolben wieder in die Gegenrichtung bewegt um Druck aufzubauen, bis der Druck gleich dem im Gebersystem ist.

    Dann würde das Gebersystem wieder mit dem Nehmersystem verbunden.

  • Ja da habe ich mich dumm ausgedrückt, natürlich fließt nix direkt in den Ausgleichsbehälter, geht ja gar nicht, wenn der Bremshebel gezogen ist, ist der ja vom Rest des Systems abgetrennt und der Druck im System bleibt ja nach dem Bremsvorgang gleich.
    Ich denke es ist verständlich was damit gemeint ist. Vllt. hätte ich besser "in Richtung Bremsbehälter" schreiben sollen. Wobei der von dir aufgeführte Begriff "Gebersystem" vermutlich noch besser ist.

    Aber meines Wissens nach gibt es kein Kolben gesteuertes ABS mehr. Modernes ABS nutz keine Kolben sondern sondern magnetische Doppelventile (solenoid valves). Vllt. ist das bei Motorrädern mit selbst bremsender MSC anders, aber bei "normalem" ABS sehe ich nicht wo der Raum sein soll der vergrößert wird, denn ein Magnetventil kann nur schließen, oder öffnen, sich aber nicht vergrößern.

  • Ein Magnetventil kann in ein Reservoir ablassen das federbelastet ist und im unbetätigten Zustand die Flüssigkeit in den Bremskreis drückt, bzw sich weitgehend selbst entleert.


    Ganz ohne Pumpe geht's allerdings nicht, ansonsten wäre der Nehmerkreis nicht in der Lage mehrfach den Druck ab- und wieder aufzubauen.

  • Wer einmal selber eine Bremse entlüftet hat, weiß, wie wenig Flüssigkeit nötig ist, um das System drucklos zu machen. Da ein ABS das System nicht drucklos macht und ja auch wieder nachregelt, sind die Mengen so klein, dass der ABS-Modulator niemals richtig durchspült wird.

  • Bremsflüssigkeit hat aufgrund ihrer Zusammensetzung hygroskopische Eigenschaften. Das heißt, sie nimmt aus ihrer Umgebung – vor allem durch die Bremsschläuche – Feuchtigkeit auf.


    Das hat zur Folge, dass der Wassergehalt der Bremsflüssigkeit mit der Zeit steigt und der Siedepunkt sinkt. (Quelle Google Suche).


    Um deine Frage zu beantworten: JA

    790 Adventure R

    1290 SuperAdventure S

  • Diese geringe Menge vermischt sich doch und reduziert den Siedepunkt wahrscheinlich nur gering. Ganz abgesehen davon ist der Siedepunkt nur in der Bremszange und deren unmittelbarer Umgebung relevant. Wozu dann dieses endlose Gelaber?

    Weiterdenken statt Querdenken

  • Wozu dann dieses endlose Gelaber?

    Weil eine gewisse Schnittmenge meint es wäre wichtiger zu labern als zu fahren .

    Irgend etwas muss auch den komischen Captain aus dem Winterschlaf geweckt haben

    Ab 10 Grad wird gefahren und es sollen bis 13 Grad werden .

    :wheelie:

  • Ab 10 Grad wird gefahren und es sollen bis 13 Grad werden .

    :wheelie:

    Hast das Minus vergessen.


    Ich bremse stehts ins ABS nach einem Wechsel. Anders herum gefragt: Möchte man die Suppe da wirklich jahrelang sitzen haben, ohne Austausch.


    Nur so als Tip, fragt mal auch euren Mech, wie er das macht. Meiner war so offen und ehrlich zu sagen, dass er den Wechsel ohne Ansteurung des Ventils macht. Also nicht anders, als man es zuhause machen würde. Also auch nach dem regulärem Service besser ins ABS bremsen!

  • Diese geringe Menge vermischt sich doch und reduziert den Siedepunkt wahrscheinlich nur gering. Ganz abgesehen davon ist der Siedepunkt nur in der Bremszange und deren unmittelbarer Umgebung relevant. Wozu dann dieses endlose Gelaber?


    Und die zieht im Laufe der Jahre Wasser und der ABS-Modulator vergammelt im Innern und ist irgenwann Schrott.

    Gibt es genug Berichte drüber.

  • Tragischerweise ergibt sich da irgendwann ein doppelter Effekt:


    Wird das ABS nie gebraucht bleibt einerseits ein Rest Bremsflüssigkeit mit zunehmend höherem Anteil an Wasser drinnen, zusätzlich wird die Mechanik nicht bewegt.


    Von daher schadet es nicht die Flüssigkeit regelmäßig zu wechseln und das ABS regelmäßig zum Arbeiten zu bringen.

    Beides verlängert die Lebensdauer.

  • Und DAS, liebe Freunde der gesegneten Beschleunigung, ist die Essenz wie wir mit dem ABS System umgehen sollten.

    Ansonsten wird es irgendwann a. derbe Teuer oder b. böse ins Auge gehen. :wheelie:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Bremsflüssigkeit hat aufgrund ihrer Zusammensetzung hygroskopische Eigenschaften. Das heißt, sie nimmt aus ihrer Umgebung – vor allem durch die Bremsschläuche – Feuchtigkeit auf.


    Das hat zur Folge, dass der Wassergehalt der Bremsflüssigkeit mit der Zeit steigt und der Siedepunkt sinkt. (Quelle Google Suche).

    "......vor allem durch die Bremsschläuche......"

    Das ABS-Gerät ist ein Alublock, und es führen Leitungen aus Stahl dorthin.

    Das heißt, der Wassergehalt wird dort sicher geringer sein als hinter den Bremskolben.

  • Du kannst dir aber schon vorstellen das die Bremsflüssigkeit sich im Gebrauch durchmischt?


    Also: Der Wassergehalt ist in der gesamten Flüssigkeitsäule vorhanden.

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Vielleicht solltet ihr einfach mehr fahren als euch Sorgen zu machen.

    Bei meiner BMW K1100rs hab ich die Bremsflüssigkeit alle 5-6 Jahre ohne ABS Bremsung gewechselt und es hat 32 Jahre funktioniert. Es braucht schon einiges an Wasser damit da bei einer Vollbremsung was zum kochen kommt. Wenn ich natürlich eine Pässetour plane würde ich früher prüfen / wechseln, da entstehen bergab ja auch ganz andere thermische Belastungen.

  • Du hast da Glück gehabt. Punkt.


    Die ABS-Instandsetzer haben ein fantastisches Geschäft am laufen.


    Warum wohl? :denk:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Weil sich inzwischen alles billiger, leichter und weniger haltbar bauen lässt?