Werkzeug für eine mehrmonatige Reise mit der Enduro

  • Servus,

    am 26. April geht es für 3,5 Monate mit der 690 Enduro R auf den Balkan. Neben dem Motorradfahren werde ich auch etwas wandern und campen.

    Ich habe mein Werkzeug so zusammengestellt, dass alles in den RADE Garage Motorschutz passt:

    👉 RADE Garage Skidplate EVO2

    Fehlt etwas oder habe ich zu viel dabei?

    Im Bild ist so ziemlich alles, was ich dabeihabe.

    Was nicht im Bild zu sehen ist, aber ebenfalls dabei:

    • Kabelbinder (sind bereits am Rahmen befestigt)
    • Auslesegerät (ist im Motorrad verbaut und kann während der Fahrt verwendet werden)
    • Feuerzeug
    • Stirnlampe
    • Messer

    Flüssigkeiten:

    • WD-40
    • Silikonöl
    • Motoröl (100 ml)
    • Loctite Blau
    • Montagepaste

    Was ich bewusst nicht mitnehme:

    • Kettentrenner/-nieter & Ersatzkettenglied → Habe nichts Leichtes und Gutes gefunden, außerdem hat meine Kette erst 4000 km drauf.
    • Ersatzschlauch → Nimmt zu viel Platz weg, Flickzeug sollte reichen.
    • Starterkabel
    • Größere Ratsche → Ich habe mit der 1/4-Zoll-Ratsche 70 Nm erreicht – das muss reichen.
    • 2-Komponentenkleber → Der Stealth Stick muss reichen.
    • Sicherungen → Je eine Ersatzsicherung ist bereits im Motorrad.
    • Ersatz für Kupplungs- und Bremshebel → Habe stabile Handprotektoren, die Hebel haben bereits Stürze ohne Bodenkontakt überstanden.
    • Bremshebel → Verwende den Fat Bertha Pro und den Motorschutz.

      👉 3D-Moto Fat Bertha Pro Bremshebel

    Werkzeug & Zubehör im Bild:

    • 2-Komponenten-Metallkleber
    • Seil
    • Leatherman
    • Bits für den Leatherman
    • Klebeband & Isolierband
    • Multimeter
    • Draht & Löt-Schrumpfschlauch
    • Pumpe (Airman ohne Verkleidung, mit kürzerem Kabel)
    • Silikonöl & WD-40
    • Lappen
    • Ventilkappen
    • Ventileinsätze
    • Umlenkrollen
    • Feuerzeug
    • Schlauchschellen
    • Kabel & Magnete

    Werkzeug:

    • 1/4-Zoll-Ratsche (klein)
    • Verlängerungen (kurz & mittel)
    • Kardangelenk
    • 3/8-Zoll-Adapter
    • Zündkerzenschlüssel (14 mm)

    Ersatzteile & Sonstiges:

    • H4-Scheinwerfer
    • Ersatz-Handyhalterung
    • Reifenhebel-Einsätze
    • Bead Buddy
    • Reifenflickzeug
    • Lappen zum Kette-Sauber-Machen
    • Motoröl & Kettenfett (je 100 ml)
    • Ultraleichter Wagenheber

      👉 Rolling Mavericks Enduro Trail Jack
  • Lies dich mal durch den "Zeig her deine Werkzeugrolle" Thread


    Ansonsten:

    -WD 40 ist überflüssig, wirst du niemals akut benötigen um das Motorrad wieder fahrtüchtig zu bekommen und kannst du dir an jeder Werkstatt erbetteln

    -Für welchen Zweck Silikonöl?

    -Für welchen Zweck Montagepaste? Oder meinst du zum Reifen montieren? Dann unbedingt mitnehmen.

    -Zu wenig Motoröl, wenn du tatsächlich ein technisches Problem hast und dein Motor schlagartig anfängt Öl zu verbrauchen oder zu verlieren, brauchst du eher 300-500ml um damit bis zu einer Werkstatt o.Ä. zu kommen

    -Eisensägeblatt und Kettenschloss, das reicht im Ernstfall

    -wie wahrscheinlich ist eine leere Batterie? Ich würde entweder einen Jumpstarter mitnehmen oder nichts...im Ernstfall kann derjenige, der dir Starthilfe gibt auch Starterkabel besorgen fahren


    Die Montierhebel sehen mir unbenutzt aus? Schonmal geübt? Mach es ZWINGEND zuhause in der Garage bevors losgeht. Eine Ventilangel kann hierfür ganz hilfreich sein falls du die Technik bevorzugst den Schlauch bei Halbzeit einzuziehen. Ich montiere lieber gleich mit Schlauch im Mantel.


    Sowas wie Schlauchschellen, H4 Birne usw würde ich alles Zuhause lassen. Grundsätzlich alles was nicht zwingend notwendig ist um im Fall der Fälle wieder mobil zu werden oder es nicht bei jeder Hinterhofwerkstatt bekommt.


    Mitnehmen würde ich noch:

    -Extra große Flicken aus dem LKW Set von TipTop

    -ausgewählte Ersatzschrauben wie z.B. die vom Schalthebel

    -Multimeter gibt's auch 1/4 so große, währe meine Wahl



    Und das aller Wichtigste: Wenn du darauf eingerichtet bist jederzeit zu Fuß zurück in die Zivilisation zu kommen, dann kann eigentlich keine Panne zu schlimm sein, denn du kannst dir Hilfe holen. Daher: viel Wasser, eine Möglichkeit zumindest eine Packtasche vernünftig mitnehmen zu können, entsprechende Schuhe, eine Möglichkeit eine Nacht ausharren zu können ohne zu erfrieren (bei Regen)

    Achtung, Warnung vor Ironie und Sarkasmus. Jedem steht es frei sich angesprochen zu fühlen oder nicht.

  • Mit dem WD 40 hast recht
    Des Silikonöl hätt ich dabei, um was zu schmieren, fällt mir auf die schnelle aber auch nichts ein wo man das akut braucht
    Die Paste ist zum reifen monieren
    Des Öl hätt ich zum nachfüllen dabei, is aber auch nicht akut

    Montierhebel habe ich noch nicht hergenommen, werde vor dem Urlaub aber mit nehm erfahrenen Freund meine K60 Ranger aufziehen

    Welches Multimeter hast du oder kannst du empfhelen, man brauch ja eigentlich nur bis 12V und Wiedersand

    Zum Wandern hab ich eh Rucksack mit 3L Trinkblase und Wasserfilter dabei


    Danke für die Tipps

  • Nix Multimeter. Eine Prüflampe reicht. Ein Multimeter kann Spannungen, Ströme, Widerstände, ggf. Kapazitäten messen. Braucht man alles nicht. Wichtig ist die Frage, ob Spannung da ist oder nicht. Dazu reicht die Prüflampe. Die braucht keine Batterie und ist deutlich kleiner.

    Welchen Widerstand willst Du messen?

    100ml Öl ist ein Witz. Ich würde einen Liter mitnehmen. Das reicht zum Auffüllen und damit kann man zur Not auch die Kette bzw. alles andere schmieren.

    WD40 ist ein Kriechöl und Rostlöser. Nicht zur Schmierung geeignet. Braucht man nicht.

    Zur Reifenmontage taugt auch Seife oder Duschgel. Und auf jeden Fall vorher üben.

  • Mit einer Prüflampe wirds kompliziert Kabelbrüche zu finden. Oder herauszufinden ob die Lichtmaschine oder der Regler gerade dabei ist das zeitliche zu segnen...usw.


    In meinen Augen (sofern man damit umgehen kann) wesentlich sinnvoller und vielseitiger.

    So ein kleines Stift-Multimeter braucht nicht viel Platz.


    Und Batterien bekommt man überall falls die verbaute alle ist.


    Durchgel und Seife verflüchtigt sich aber nicht...kann offroad bei niedrigem Druck blöd sein...zur Not aber ja, absolut zielführend.



    Aber niemals vergessen, man ist nicht auf dem Mond und darauf angewiesen 3 Monate vollkommen autark zu sein. Die Menschen vor Ort überleben auch und halten ihre Fahrzeuge am Laufen. Wenn dir was abgeht wirst du es schon merken und vor Ort bekommen oder dir schicken lassen können.

    Meine Prämisse ist immer zumindest irgendwie zurück in die Zivilisation zu kommen, zur Not zu Fuß.


    Wichtiger als Werkzeug ist eine vernünftige erste Hilfe

    Achtung, Warnung vor Ironie und Sarkasmus. Jedem steht es frei sich angesprochen zu fühlen oder nicht.

  • Welchen Widerstand willst Du messen?

    Auf Durchgang prüfen kannst du damit.

    Prüflampe setzt voraus, dass Spannung anliegt.

    Wenn der Fehler komplexer ist, willst du ggf. stundenlang den Motor laufen lassen oder die Zündung anlassen?

    Oder bei Kurzschluss (den Fall hatte ich so schon): Bei jedem Einschalten Sicherung durch. Da machst du mit der Prüflampe gar nichts. Mit dem Multimeter lässt sich ein Kurzschluss auch ohne Spannung finden.

  • Hatte mal die gezeigten Montierhebel. Die sind nach meiner Erfahrung sehr schlecht, weil sie an der Spitze viel zu dick und zu kurz sind. Ich empfehle diese: https://amzn.eu/d/9NAjB5i

    Hat man viel mehr kraft, die festen Adventure Reifen aufzubekommen, um den schlauch zu flicken. Würde aber vor der reise einmal üben reifen zu wechseln, damit es in der Wildnis besser klappt.


    Mit den dicken Motorschutz von Rade sind extra Brems/schalthebel überflüssig. Benutze seit jahren den gleichen. Der hat immer als erstes kontakt. Nach 50.000km mit viel TET hat kein einziger meiner Hebel einen kratzer.

    Es geht auf und ab.

  • Öl ist total unnötig ab Baujahr 2019.

    Die 690 Verbrauchen bis zum nächsten Ölwechsel keine nennenswerten mengen Öl. Mein längster Wechselintervall waren 7.000km und da konnte ich kaum verbrauch feststellen.

    Wenn du dann plötzlich viel verbrauchst, ist irgendwas kaputt und du solltest nicht weiterfahren.

    Dazu noch wichtig:

    -Panzertape. Kannst ein langen Streifen abwickeln und in sich selbst wieder zusammen drehen. Ist schön kompakt.

    -Hab um ein Feuerzeug etwas Lötdraht und Schrumpfschlauch gewickelt und zusammen geklebt. Damit konnte ich schon diverse Kabelbrüche langfristig reparieren.


    Würde Familie oder Freunde wichtige Ersatzteile Hinlegen, die man im Notfall per express in 24h nach kroatien schicken kann:

    -Lenker

    -Kupplungssatz mit Federn

    -Ketten Satz mit Ritzel

    -Heavy Duty schläuche vorne/Hinten

    - Ggf Ersatzreifen.


    Alle teile wirst du eh irgendwann brauchen und sie lassen sich gut Lagern.

    Es geht auf und ab.

  • Lass das Panzertape zuhause und nimm "Tescon Vana".

    Bestes Klebeband am Markt, wirklich ;)


    Damit flickst du alles, auch Löcher im Zelt, der Jacke usw.


    Am Balkan gibt's auch KTM Händler...bevor das Teil con zuhause geschickt wird, besorge ichs mir beim nächsten Händler. Der gibt dir eventuell sogar ein Leihmotorrad.


    Wie gesagt....Balkan, nicht Mongolei

    Achtung, Warnung vor Ironie und Sarkasmus. Jedem steht es frei sich angesprochen zu fühlen oder nicht.

  • Ich komme aus kroatien und es gibt ggf ktm Händler, welche dann aber die teile bestellen müssen, weil die auf Lager nur von den günstigen Modellen was führen und wenn deine Panne nicht gerade in zagreb oder śibenik ist, wirst du entweder die teile abholen oder der händler muss dir nach überweisung die Sachen zu kommen lassen.

    Alles dauert extrem lange. Ich spreche da aus nicht schönen Erfahrungen… Also wichtige Ersatzteile zuhause haben und in das Hotel/Gasthaus schicken lassen.

    Wie gesagt, die oben genannten Teile braucht man ohne hin irgendwann mal. Sie dann im Keller zu haben frisst doch kein Brot.

    Es geht auf und ab.

  • Ja, vor allem weiß man nie, was bei KTM gerade wieder nicht kurzfristig lieferbar ist.

    Uns hat der KTM-Händler in Podgorica auch mal gesagt, Kipphebel kann ich bestellen, 6 Wochen Lieferfrist. :sehe sterne:

  • Ich würde noch eine Reparatur Anleitung, Schaltplan, und ne Liste von Werkstätten bzw Händlern auf dem Telefon oder Navi mitnehmen. Ein Paar Kabelbinder aus Metall, 1 L Öl, kettenfett, grade für den Regen und Schlamm. Die Bremsbeläge, und Flüssigkeit vorher erneuern. Den Kuppungsnehmersylinder auf Hostis Modell umbauen. Das ganze Moped vorher noch mal anschauen, auf lose Schrauben und Muttern, scheuernde Kabel, korrodierte Kontakte, zb Sicherunges, Batterie, Masseverbindungen zum Motor und Rahmen

    Von den mitgenommen Teilen kannst Du bestimmt viel am Rahmen intelligent befestigen,


    Grüße Jens

  • Moin,

    Ich würde es so gestalten


    Kabelbinder ✓

    Auslesegerät ✓ ( aber schon Luxus)

    Feuerzeug✓

    Leatherman

    Flickzeug ✓


    -Motoröl 250 ml

    -Loctite Blau ( hat eigentlich jede Werkstatt)

    -Montagepaste ( für Reifen Okay)

    -Kettenfett

    -J-B Weld

    -Reifenhebel-Einsätze /Bead Buddy


    -Steckschlüssel-Satz, 48-tlg

    - Maulschlüssel 8/10/13/17/19

    - Schrauben M5-M8 jeweils in drei Längen

    -muttern und U-Scheiben

    - Mini Wasserpumpen Zange

    -Ersatz für Kupplungs- und Bremshebel → an der Gabel Befestigen!

    -Seilzug Set von Louis ( braucht kein Platz und ist nie Weg)

    -Draht & Löt-Schrumpfschlauch Isolierband

    -Pumpe (Airman ohne Verkleidung, mit kürzerem Kabel)

    -Ventileinsätze

    -Umlenkrollen (wovon?)



    Gruß Sebastian

  • Warum einen kompletten Steckschlüsselsatz? Es reichen die Nüsse/Einsätze, die auch am Mopped dran sind. Da lässt sich viel Material einsparen.

    Seilzüge für was an der Enduro R?


    Mein Werkzeugkistl enthält:


    - 200ml Öl (nur um beruhigt zum nächsten Händler zu kommen, falls mal feststellt, Öl fehlt) Könnte man vermutlich mit vermehrten Ölchecks auch weglassen.

    - Reifenmontagepaste in kleinen Schminkdöschen

    - Kaltmetal

    - Kettenspray

    - Reifenflickzeug

    - Ventileinzieher

    - Bead Pro Nachbauten + 1 Montierhebel

    - Isolierband

    - kleine Dose WD40

    - Mini Ratsche mit Nüssen/Einsätzen, auf die 690er angepasst

    - Kleine Kombizange

    - Kabelverbinder

    - Sicherungen

    - Schrumpfschlauch

    - Schraubendreher mit Einsätzen

    - Kabelstücke

    - Diverse Ersatzschrauben

    - Luftpumpe


    Bis auf die Beadpros und die Luftpumpe wohnt das alles im Radegarage Motorschutz.


    20240827_084231.jpg


    20240827_083930.jpg



    Plus das originale Bordwerkzeug (hier könnte man auch noch einsparen, da sind doch einige Teile doppelt).


    Edit noch vergessen:

    - Kabelbinder am Radetower

    - Spanngurt im Tankrucksack (Abschleppen/befestigen von Gepäck)

    Chrom bringt dich nicht nach Hause!

    Einmal editiert, zuletzt von Bäda77 ()

  • Moin,

    Mit einem Seilzug lässt sich von der Verkleidung bis Gepäck oder andern Sachen Befestigen wo ein Kabelbinder überfordert ist.


    Man kann den Steckschlüsselsatz natürlich auch nur teilweise mitnehmen, aber das hab ich nicht gemacht.

  • Guter Punkt, da hab ich glatt die Kabelbinder, Panzertape und den Spanngurt vergessen.

    Der war tatsächlich schon sehr hilfreich, eben weil bei der Enduristantasche eine Lasche ausgerissen ist. Mit Spanngurt war der schnell ersetzt.

    Chrom bringt dich nicht nach Hause!

  • Ich kenn des, des war auf der 640er immer dabei und hat mir schon zwei Mal die Weiterfahrt wegen gerissenem Kupplungsseil ermöglicht.

    Das gibts jetzt nimmer dank Hydraulik und fürs Festzurren gibts bessere Möglichkeiten m.M. nach.

    Aber, das darf auch gern jeder machen/halten wie er will :)

    Chrom bringt dich nicht nach Hause!

  • Hallo Bäda 77. Ich überlege auch mir den Rade Motoschutz zu holen. Wahnsinn was da alles Platz hat :grins:

    Bist zu zufrieden damit? Innen ist da alles dicht? Wie gefällt er dir optisch? Hätte mal überlegt ob man den schwarz Pulverbeschichten könnte :denk:

    Sorry wegen Offtopic

  • Mittlerweile bin ich sehr zufrieden :)
    Anfangs hab ich etwas gezweifelt, ob nicht doch einer aus Plastik besser gewesen wäre. Der Sound, den der vom Motor reflektiert ist schon, speziell.

    Aber nach jetzt ~7500km und zwei Schotterurlauben bin ich überzeugt, das der perfekt ist. Könnte für meinen Geschmack sogar noch etwas breiter sein, da mit mehr reinpasst. Aber auch so schützt er seitlich schon mehr als die anderen, wenn die Kiste umfällt braucht man keine große Sorge um Bremshebel oder Ganghebel haben.


    Innen ist er dicht, da kommt kein Wasser/Staub/Dreck rein, Verarbeitung solide. Optik passt auch gut, finde ich. Zumal man auch mal nen Aufkleber draufmachen kann ;)


    Muss mal überlegen, ob ich da nicht auch noch aussen die BeadPros anbringen kann, da hab ich noch nicht den "perfekten" Stauraum gefunden.

    Chrom bringt dich nicht nach Hause!