R80 G/S - eure Meinung?

  • Moin Kürbistreiber,


    lange Geschichte, kurz zusammengefasst: Beim letzten Hüttenwochenende haben wir beim Wandern bemerkt, dass sich eine Herde Kühe in einem Schuppen verirrt hat - kamen wohl irgendwie unter dem Draht durch aber nicht mehr raus. Nachdem wir die Herde befreit hatten, meinte der Kumpel, dass da irgendwo noch das Mopped vom Bauern rumstehen müsste. Unter einer grünen Plane und Haufen von Kuhsch****** lag sie dann - ordentlich demoliert - eine rote BMW.

    Boxer, old-school-Design, kein Tank, keine Sitzbank. Hoppla, sieht ja irgendwie cool aus, Kotflügel vorne hoch angebracht, eine Enduro?

    Erstmal aufstellen das Ding. Uralt, angeschürft, bissl Rost, Lampenverkleidung abgebrochen, Blinker verbogen, bemitleidenswert.

    Kurze google-Recherche ergab, dass ist eine Ur-GS. Besitzer will die wohl nicht veräußern, trotzdem Tacho gecheckt, wenig Laufleistung. Reifen aus 1991. Wurd wohl nur für Kurzstrecken am Berg benutzt, von der einen Alm zur nächsten.

    Eigentlich ein geiles Teil. Einarmschwinge, Kardan, luftgekühlter 800 Kubik-Boxer, Vergaser, Dakar-Gewinner.

    Dann wurde weiter gegoogelt, Edelweiss, Siebenrock, Gletter, HPN - da gab´s früher richtig geile Umbauten. Leistung bis zu 80PS / 90Nm bei 180 kg.


    Frage an die Runde: Wer hat eine gefahren bzw. fährt die noch? Erfahrungen? Eine (nicht diese) kaufen oder sein lassen? Fährt man mit einer so alten G/S auch mal Mehrtagestouren? Könnte mir schon vorstellen dass die in den Alpen gut ums Eck geht. Big-Bore-Satz, 70 PS, unter 200kg - könnte Spass machen? TET-tauglich?

    Oder original lassen, mit 50 PS cruisen, evtl trotzdem mal in die Westalpen bissl abseits der Straße Enduro wandern?


    Bildschirmfoto 2025-07-13 um 23.08.27.png

  • Das Mopped oben ist ja nicht so interessant, Tank, Sitzbank fehlen, Gummis porös/gerissen, da läuft es trotz geringer km-Leistung wohl auf eine Totalrestaurierung raus.

    Gibt ja jede Menge - teils top restauriert / gewartete - Modelle auf Kleinanzeigen / mobile.de, die sind deutlich interessanter.

  • Ist noch immer ein Weltreisemoped. Das Thema ist Abend(e) füllend. Schimanski, Rahier, Schek, HPN...

    Gruß vom Harald
    "S. Auerteig"
    Yamaha T700 Tenere ´21; :prost:

  • Wenn der Besitzer nicht verkaufen will, warum die Fragen?

    Genau, wenn einer seine nicht verkaufen will, warum dann nach ner anderen suchen?

    Thema verfehlt, setzen sechs. :lol:

    890 Adventure R 2023

    1290 SAS 2018

    1190 Adventure 2013

    Z750R 2012

    Mito 125 1996 & 2002

  • ich bin wg. der Optik jahrelang um die R80ST geschlichen und habe Angebote verfolgt. Die ist ziemlich vergleichbar.

    Dann konnte ich sie endlich mal fahren. Seitdem habe ich keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwendet.

    Man muss es als Oldtimer betrachten. Fahrspaß oder Fahrdynamik ist mit der mageren Leistung und dem Fahrwerk quasi nicht vorhanden. Und da geht auch nix leichtfüßig. Längere Touren wären für mich unvorstellbar.

    Damals gabs nix besseres aber wer ein modernes Fzg gewohnt ist muss sich extrem umstellen.

  • Ich hab mal so ein Ding für meinen Nachbarn, der zu der Zeit verletzt war, 70 km von der Werkstatt zu ihm nach Hause gefahren.

    Die hatte zumindest schon eine verbesserte Bremse - im Bezug zur Serie war das angeblich Gold.


    Das bis dahin älteste Motorrad, das ich gefahren bin war eine 1992er 600er XJ Diversion nach Führerscheinerwerb. Rückblickend ein ziemliches Kackfass. Fahrwerk schaukelig ohne Ende, Bremse geht so, nervige Vibrationen. Im Vergleich zu der R80 G/S war die XJ aber ein reinrassiger, messerscharfer Supersportler. :grins:


    Das R80 schaueklig fährt hatte ich erwartet, Sitzposition war ok, aber der Sitz als solcher war sehr merkwürdig geformt. Bei der ersten Ampel habe ich mir dann fast in die Hose geschissen. Fremdes, altes Moped, bremst halt wirklich früh. Dann sitzt du drauf, ziehst schon relativ kräftig an der Bremse der Karren wird praktisch nicht langsamer. Und das waren angeblich keine neuen Bremsbeläge... Das wurde auch auf den 70 km nicht besser, trotz zahlreicher Versuche.

    Der Motor ist, speziell für die Zeit, aber in Ordnung. Läuft angenehm, fühlt sich aber nach deutlich weniger als 50 PS an.


    Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich mich immer wieder bei dem Gedanken erwischt, mir so ein Kasten als Bastelprojekt zu besorgen. Das hatte ich nach der Fahrt direkt und nachhaltig erledigt.


    Wenn man sich aber darauf einlassen kann, warum nicht.

  • Also - fassen wir zusammen.


    Ja, die alte G/S kann noch Tour.

    Ja, das Ding ist leicht und biegt gut ums Eck.

    Ja, es bremst bescheiden, also muss man was an der Bremse machen (musst ich bei der 1190 R auch).

    Ja, 80 PS sind drin, mit Big-Bore, Doppelzündung, 40er Flachschieber, Auspuff, etc.

    Ja, Fahrwerk muss man was machen.

    Nein, oschinool is nix für Kürbistreiber, da schlafen einem die Zehennägel beim Beschleunigen ein und beim Bremspunkt suchen bekommst anfangs Panikattacken.

    --> Gut, so 100% original musst nicht kaufen. Mal auf die Lauer legen ob da nicht was optimiertes für nen vernünftigen Kurs hergeht.


    Kam grad über kleinanzeigen rein, Ersthand-GS, über 80 Pferde, WP-Fahrwerk, grosse Bremse vorn.

    Geht doch - aber 10k ist sie mir nicht wert.


    https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/bmw-r80-g-s-999-ccm/3135190031-305-7581


    PS: 600er Diversion - absolutes Kackfass. Hatte ein Kollege von mir, auf jeder Tour hing er hinten dran. Haben dann mal Moppeds getauscht und siehe da - mit der 990 SMT hielt er super mit. Fährt seitdem 1250 GS und ist super happy.

  • die R 80 G/S war halt zu Ihrer zeit der erste Zweizylinder mit etwas mehr Federweg damit wurde ein neues Marktsegment - heute "adventure Bike" genannt geschaffen.

    Davor gingen die Traveller mit XT 500, 30 PS und Trommelbremse auf Weltreise...

    Mit der G/S konnte man sowohl mit 120 km/h auf der Autobahn bahnen ziehen und mit TKC 80 auch eine Schotterpiste in Angriff nehmen (Austausch des hinteren Federbeins war fast obligatorisch - die Sitzbank ab Werk als Folterinstrument bekannnt...)

  • Um sich in die Thematik R80G/S

    etwas einzulesen

    ist der Artikel von Werner (mini-)Koch von 2014/2015 aus der Motorrad classic sehr interessant.

    Er erschien in mehreren Folgen .


    Restaurierung BMW R 80 G/S https://share.google/r4nABjLO1DDJBsJOM


    Lässt sich sicher gegen Entgelt als PDF runterladen.


    Ich habe den Nachfolger die BMW R80 GS

    im absoluten Originalzustand.


    Das Gerät ist ein Oldtimer !!!

    und fährt aus heutiger Sicht technisch eher katastrophal.

    ( schlappe Motorleistung, katastrophale Bremse, gewöhnungsbedürftiges Fahrwerk)


    Es macht Spass damit mal ein paar Km über kleine Landstrassen zu schnorcheln, aber ohne jeden Anspruch an

    schneller höher weiter.....

    Für alles was darüber hinausgeht

    Ist sie ungeeignet, es sei denn man nimmt viel Geld und Zeit in die Hand und baut sie um.

    Dann ist es aber immer noch ein Oldtimer mit vielen Schwächen im Vergleich zu heutigen Mopeds.


    Um sie technisch auf einen höheren Stand zu heben ( Motor/Fahrwerk//Bremse)

    ist der Artikel sehr lesenswert !!

    Einmal editiert, zuletzt von awk99 ()

  • Die G/S hat schon ihre Reize.

    Habe eine rumstehen und fahre gelegentlich.


    Beschleunigung unten raus ganz ok für 50PS, darüber kommt nicht mehr viel, Fahrwerk scheiße, Vorderradbremse noch viel beschissener als das Fahrwerk, ...


    Und trotzdem macht es unglaublich Spaß ab und zu damit zu fahren. Auf Feldwegen mit 100km/h und riesiger Staubwolke im Rückspiegel, traumhaft..., in den Bergen dann Belgier oder Holländer außen in der Kurve nehmen, obwohl das Moped wie ein Schiff bei Sturm schaukelt, hat auch was,

    oder einfach nur auf ner Tour entschleunigen und gemütlich dahingleiten.


    Solltest auf jeden Fall vorher Probefahren, nicht dass die Enttäuschung auf Grund der technischen Defizite zu groß ist.


    Lektüre: https://forum.2-ventiler.de/


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  • Ich hatte 20 Jahre lang (!) eine weisse R80 - ex-Polizei mit Fach im Tank für Funk, S-Cockpit dann noch nachgerüstet inkl. Voltmeter (high-tech).

    Wie die oben genannte R80 G/S OHNE Paralever - wenn man die gefahren ist, wusste man woher der Begriff "Gummikuh" kommt: Hintern rauf beim Gasgeben und Hintern runter beim Gaswegnehmen. Dazu eine einzelne Vorderradbremse und hinten Trommel - naja.

    ABER bei flüssiger Fahrweise und tiefem Schwerpunkt und super Sound echt ein Spassbike.

    Wenn ich mir die neue G/S ansehe, kommen die Erinnerungen wieder hoch - ich bin da wohl genau die passende Zielgruppe :-)

    The tragedy of life is not that it ends so soon, but that we wait so long to begin it.

  • Hallo Treiber, Hut ab, das nenn ich mal artgerechte Haltung :ja: :prost: Für ne Kuh.

    Als ktm noch keine E Starter hatte, habe ich auch sowas gefahren. Aber die etwas neuere R100GS.

    Hat Spaß gemacht :wheelie: