Euro4 Motor: Fazit Zuverlässigkeit und Wartungsaufwand

  • Frohes Neues,

    ich komme grad von einer Marokkotour mit meiner 701Enduro zurück und habe mal ein Fazit über den Wartungsaufwand gezogen. Wo doch die meisten hier nur über die schlechten Erfahrungen berichten, gibt's jetzt auch etwas positives.

    Meine 701 ist von 2017 und hat fast 50TKm gelaufen.In der ganzen Zeit mussten nur 1 mal die Auslassventile eingestellt werden, es ist immer noch die erste Batterie drin und die ersten Zündkerzen habe ich vor Marokkotour ersetzt. Ich bin mir aber sicher, das die alten auch noch funktioniert hätten. Die Kupplung habe ich einmal tauschen müssen. der Grund war aber sehr wahrscheinlich falsches Öl. Auf den ca. 5TKm in Marokko habe ich 250ml Öl nachfüllen müssen und 2mal die Kette gespannt. Das war alles, trotz vieler Sand-und Schlammpassagen. Bis auf die ersten 10TKm fahre ich ohne Airbox und dem Highscore Kastl-Kit, auch ohne Probleme. Aüßer im ersten Jahr (wg. Garantie) hat die Husky auch keine Werkstatt mehr gesehen. Seit 2 Jahren mische ich dem Motoröl den Zusatz Wagner Micro Ceramic zu. Ob's hilft kann ich nicht beurteilen aber meine Öldrucklampe geht immer sofort aus und die Steuerkette rasselt auch nur ganz kurz nach dem Starten. Die letzten Ölwechsel ( nach 5-10TKM) hat sie das Mannol 15W50 Powerbike (10L 45EUR !!) bekommen.

    Fazit: Ich fahre schon über 40 Jahre Enduro ( XT,TT, XR) aber die zuverlässigste und wartungsärmste ist bis jetzt meine Husqvarna 701. Vielleicht hatte ich auch nur Glück, den in meinem Bekanntekreis höre ich auch von mehr Problemen . Oder es liegt daran, das ich wirklich nur das allernötigste an Pflege u. Wartung mache?

    Never touch a running System ist meine Devise.


    Grüße u. allen ein pannenfreies 2026

    ChristophIMG_1203.jpg

  • Ich fahre ja hauptsächlich Guzzi, seit sehr langer Zeit. Eigentlich sind die Motoren extrem standhaft, Laufleistungen über 100.000 sind da eher die Regel als die Ausnahme. Aber auch da gibt es ab und an mal ne siffende Kopfdichtung, ne klappernde Steuerkette und so weiter sowie auch paar konstruktive Mängel, die man im Blick haben muss.


    KTM ist da haargenau so. Wenn die Motoren vernünftig behandelt werden, ihr Öl regelmäßig bekommen und gewartet werden, halten die nix kürzer als andere Motoren. Wer achtsam mit ner KTM umgeht, hat lange was davon - und damit meine ich nicht, dass das Ding in Watte gepackt werden soll.

  • Kann ich so nicht bestätigen. KTM Motoren beinhalten immer ein Restrisiko, egal wie gut sie gewartet werden. Dafür bin ich zu lange hier im Forum unterwegs und habe selbst einen Euro4. Bei diesem Motor war es der Kupplungsnhmerzylinder (KNZ), wo es sogar einen Rückruf gab. Nebst einer Panne, floss so Kupplungshebel-Flüssigkeit ins Motor-Öl und kann die Lager und Dichtungen angreifen, wenn man es lange nicht bemerkt hat.

    Ansonsten ist der Euro4 einiges zuverlässiger als all seiner Vorgänger.


    Am wichtigsten ist es auf die Geräuschkulisse zu achten, ob sich diese verdächtig verändert, Öl-Stand und Kontrolle ob keine Verdünnung passiert, Öl-Siebkontrolle, ob keine Späne oder Kleinteilchen sich finden, Kühlflüssigkeitsverlust, Anspringverhalten des Motors etc.


    Wenn immer schön warmgefahren, schont man den Motor am meisten. :driften:

    Ride hard or stay home :driften:

  • Das von dir genannte Restrisiko hast du bei jedem Hersteller - und Kupplungsnehmer, die dann in den Motor siffen, waren schon Ende der 1990er bei den ganzen 1200 und 1300er XJR ein riesen Thema, trotz damals noch unangefochtener japanischer Qualität und Zuverlässigkeit. Dazu kamen Ventilsitzringe, die sich bei den ersten 1300ern gerne mal aus dem Kopf lösten, ein Anlasserfreilauf, der regelmäßig Stress machte und so weiter, alles ohne Rückruf.


    Ich könnte hier auch Romane über BMW schreiben, da wird einem richtig schlecht, spare es mir aber. Und ich bleibe dabei: Wer ne KTM sorgsam behandelt, regelmäßig wartet und nicht erst dann handelt, wenn der Hobel qualmend am Straßenrand steht, hat definitiv nicht mehr Stress als mit jedem anderen Hersteller.


    Ja, vielleicht erreiche ich mit ner KTM nicht die Mega Laufleistungen, die ich mit ner Honda schaffe, dafür ist ne Honda aber auch ne Luftpumpe im Vergleich zu ner KTM.

  • Muss mal eine Lanze für die alten Mopeds brechen. EXC 400, Euro nix RFS Motor, 25 Jahre alt, durch den Vorbesitzer trotz 3 Endurorennen immer gut gewartet, Kilometerangabe nicht möglich da Fahrradtacho bei Batteriewechsel immer alle Daten verliert. Motor bisher ungeöffnet und es klappert und rappelt nix, also nicht mehr als gewöhnlich, und als Somo macht das Ding richtig Spaß.

  • Loblied vs Fakten:

    Defekte/Garantieleistungen an den 690er Modellen


    cometeus

    Ride hard or stay home :driften:

  • SAM4T:

    Hast Du noch die original "alte Nockenwelle" drin mit der Deko-Nase an der Seite oder schon die neue Variante mit dem "Deko-Hügel" in der Mitte.

    Bei unter 30 Tkm hatte die alte Version schon gute Spuren im Kipphebel und dann wieder auf der Nocke hinterlassen. Der Motor ist auch EURO4 von 2017, allerdings in einer Duke.


    Gruß

    Lars

  • Moin Lars,

    ich kann dir wirklich nicht sagen welche NW verbaut ist. Ich habe den Ventildeckel in den (Wartungsfanatiker weghören!) letzten 6 Jahren erst 2mal ab gehabt. Vor der Marokkotour das letzte mal und da sah alles wirklich sehr gut aus. Ich war selber überrascht, das an Kipphebel u. NW so gut wie keine Laufspuren zu sehen waren. Eventuell wirkt der Wagner Micro Ceramic Zusatz doch.


    Grüße

    Christoph

  • Es wird hier und da mal vom Ceramic-Schutz gesprochen, und das nur im positiven Sinne. Ich habe sowas noch nicht getestet, werde es aber am Anfang der Saison mal ausprobieren.

    Motorrad abmelden - das geht auch online :Daumen hoch:

  • Ich habe das Wagner Ceramiczeug auch im Motor meiner 690. Wie es da wirkt kann ich nicht sagen, aber ich hatte einen Schluck davon in einer Edelstahltasse und ich muss sagen die Hafteigenschaften sind überzeugen. Ich versuche schon seit geraumer Zeit das schmierige Zeug aus der Tasse zu bekommen, bislang ohne Erfolg. Weder mit Isopropanol, Bremsenreiniger oder Wasser. Wenn das den Motor von innen so beschichtet, läuft der jetzt auch ohne Öl. :lol:







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  • Nur so als Gedanke:


    Wenn das Zeug so gut haftet und die Reibung reduziert - was macht das dann mit der Kupplung?

    Einmal editiert, zuletzt von TomE ()

  • Kann ich bestätigen







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  • - Herstellervorgabe 10% der Ölmenge.

    - Würdest du deine Motorölmenge 10% überfüllen?

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Ich habe beim Ölwechsel bis knapp unter Min. aufgefüllt, dann ca. 10km gefahren und dann 200ml vorgewärmtes (ca.100° im Wasserbad) Micro Cramic dazu gekippt. Helm wieder an und nochmal 'ne Runde gedreht, damit sich alles schön verteilt. So ähnlich stetas auch in der Anleitung

  • Nicht zusätzlich.







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  • unter Minimum + 200ml sind dann genau die normale Ölmenge. Ist das jetzt verständlicher ausgedrückt ?