EUREKA
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Um Euch allen weiterhin einen Schritt voraus zu sein, habe ich den späten Nachmittag genutzt, um mein umgesetztes Vorhaben (oder ist es schon ein Projekt?) zu testen.
Die Test-Konfiguration: Die R-Scheibe in hoher Position, KEIN TT-Spoiler (meinem bisherigen Favorit), die Halbscheibe im vorderen Gabeltunnel und die vordere Abdeckung / Verbindung zwischen den beiden unteren Winglets.
Noch zu mir: 183cm, schlank (80 kg), relativ aufrecht sitzend, gut sitzender Textil-Zweiteiler und Nexx WED 2 Helm inkl. Helmschirm.
Dann rauf auf die AB und so gut es bei teilweise viel Verkehr ging, mit Vmax 170 (kurzzeitig, lt. Tacho) dem Gegenwind auf den Zahn gefühlt.
Und ja, ich habe es mir nicht eingebildet - es funktioniert!
Nicht dass das Buffeting komplett weg wäre, es ist jedoch nur mehr so schwach zu spüren, dass ich ein Dauertempo von 150km/h über längere Zeit fahren könnte, ohne dass meine Gehirnflüssigkeit aufschäumen würde.
Aus reiner Neugierde habe ich dann auch den TT-Spoiler nochmals kurz montiert und das Buffeting wurde wieder stärker, so wie auch schon bei den Tests mit den Karton-Prototypen.
Zu guter Letzt habe ich das Windschild noch in die tiefe Position versetzt und war sehr erstaunt, als sich das noch besser anfühlte
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Etwas mehr Winddruck, jedoch (für mich) nicht unangenehm, und vor allem noch weniger Buffeting - ich denke, das wird meine neue Lieblingseinstellung!
Ich will mir diese Effekte natürlich auch erklären.
Deshalb habe ich während der Fahrt versucht zu erfühlen, ob die Buffeting-Wirbel nun generell stark abgeschwächt werden oder sie sich evtl. verlagert haben.
Und siehe da, als ich meinen Kopf durch eine sehr schlampige, in mich eingesackte Sitzhaltung tiefer positioniert habe, habe ich das Buffeting wieder stärker gespürt.
Meine aktuelle Theorie dazu:
Die Wirbel, die zum Buffeting führen, werden hauptsächlich durch das Windschild, bzw. den Unterdruck dahinter generiert.
Die Luft, die von vorne / unten durch den Gabeltunnel einströmt, drückt diese Wirbel in die Höhe.
Wenn dieser Druck von unten reduziert wird, finden die Verwirbelung weiter unten, also unterhalb des Helms-Niveaus statt und führen deshalb nicht zu den starken Vibrationen des Helms.
Das würde auch die weitere Verbesserung beim noch tiefer gesetzten Windschild erklären.
Eine Sache ist mir bei der Testfahrt negativ aufgefallen: Ab ca. Tacho-Tempo 165 wurde das Vorderrad unruhig und fing unangenehm zu pendeln an.
Ob das in irgendeinem Zusammenhang mit meinen Anti-Buffeting Maßnahmen steht, weiß ich (noch) nicht.
Es könnte genauso mit meinem relativ grobstolligen Vorderreifen zu tun haben - allzu viel Erfahrungen habe ich mit diesem Reifen (Motoz Tractionator GPS) in diesem Geschwindigkeitsbereich noch nicht gesammelt.
Ich werde das auf alle Fälle noch mit abmontierten Abdeckungen gegenchecken...
Als Nächstes werde ich die Abdeckungen evtl. noch mit einem Material umzusetzen, das eine etwas weniger kratz- und druckempfindliche Oberfläche aufweist.
Ich denke da an schwarzes, 3mm dickes PVC, das ich schon auf der Homepage eines unserer Baumärkte entdeckt habe.
So, und nun wird es höchste Zeit, dass bei Interesse auch andere Bruchpiloten ihre Erfahrungen mit diesen Anti-Buffeting-Maßnahmen (kurz ABM) sammeln und davon berichten.
Sehr interessant wäre natürlich, ob das Ganze auch bei der Nicht-R mit dem tiefen Fender und dem höheren Windschild (oder mit welchem Windschild auch immer) funktioniert - ich bin gespannt!
Gerne stelle ich meine Unterlagen / Daten in Form von 1:1 Schnittmuster-PDFs und auch DXFs zur Verfügung - bei Interesse bitte eine PN an mich (so ganz unkontrolliert "auf den Markt werfen" will ich die Unterlagen auch nicht
).
Dazu nochmals diese Hinweise:
Ich übernehme keinerlei Verantwortung oder Haftung für irgendwelche Schäden oder negative Folgen, die durch einen Nachbau entstehen könnten.
Und ich übernehme auch keine Garantie dafür, dass ein Nachbau zu den gleichen positiven Effekten führt wie bei mir - dafür sind die Thematik und die möglichen Einflussfaktoren viel zu komplex
.
Ach ja - sollte Jemand vorhaben, das Ganze kommerziell umzusetzen, also Geld damit zu verdienen, behalte ich mir vor, an den Gewinnen zu einem zu vereinbarenden Prozentsatz beteiligt zu werden
...