Sammelthread eingelaufene Nockenwellen 790 und 890

  • Was die Situation nicht besser macht.

    Das ist wohl richtig, ändert aber auch nix. Alle die wir hier dazu schreiben spekulieren doch auch nur mit den Informationsfetzen die wir haben.


    Die Karren in meinem Bekanntenkreis sind dahingehend bis auf jetzt eine 21er(?) 890 Adv alle unauffällig. Laufleistungen zwischen 12 tkm und 60 tkm.

    Bei meinem Händler habe ich bis jetzt 2 Motoren mit dem Nockenwellenschaden stehen sehen. Er hat ne handvoll Schäden gehabt und reichlich von den Eimern verkauft und die meisten auch noch im Service.


    In meiner Wahrnehmung ist das ein Motor der viel Spaß macht, aber durchaus zu ernsten, sprich teuren, Problemen neigt. Ob da jetzt 2, 5 oder 20% der Motoren betroffen sind? Ich bin geneigt nach meinen Erfahrungen auf zwischen 2 und 5% zu tippen.

  • Hallo Leute :winke: ,


    da ich hier zu ersten mal etwas poste (aber schon länger mitlese) möchte ich mich kurz vorstellen.

    Männlich, 58 Jahre, aus Norddeutschland, über 35 Jahre MC und Enduro Erfahrung, seit 2 Jahren eine 890 ADV 2021 zum ruhiger werden. Ich schraube leidenschaftlich gern und habe in meinem Leben ALLES selber repariert.


    Kommen wir zum Thema


    Ich bilde mir auch ein, einem Motor anzuhören, ob es ihm gut geht oder irgendetwas nicht stimmt.

    So auch bei meiner 890'er. Diese klang beim kauf vom KTM Händler mit 6000km und frischem Ölwechsel wie ein Sack Nüsse :kotz: . Der Verkäufer meinte, dass sei der Charme dieser Motoren.

    Zunächst habe ich es mit besserem Öl versucht (Motul V300) mit mäßigem Erfolg.

    Da aber auch der Steuerkettenspanner Geräusche machte, habe ich mich mit diesem zunächst befasst.

    Durch die Aussage von Pirate Racing, dass die original Öldruck- Kettenspanner so gut wie nie kaputt gehen und oft nur der O-Ring getauscht werden muss, habe ich mir das mal angeschaut.

    Dabei entdeckte ich, dass der originale O-Ring etwas zu klein im Durchmesser ist (18X2).

    Habe mir dann einen mit den Abmessungen 18x2,4 besorgt und verbaut.

    (Bitte darauf achten, wenn ihr den Steuerkettenspanner raus nimmt, vorher den Motor auf OT 1. Zyl. drehen).


    Außerdem habe ich vorher noch die "Spinne" demontiert und mir die Nockenwellen und Lager angeschaut. Waren soweit unauffällig. Die Öl- Kanäle habe ich dabei auch auf einwandfreien Durchfluss überprüft. (Geht ganz gut mit einer Ölkanne )


    Alles wieder zusammengebaut und siehe da:

    Ich hatte plötzlich einen neuen Motor! :wheelie:


    Steuertrieb war deutlich leiser, Nockenwellen deutlich ruhiger (egal ob kalt oder Warm) und auch die gelegentliche Öldruckanzeige beim Kaltstart kam nicht mehr.


    Dann mir noch anhand des Ölverlaufs aus dem Rep-Buch die Gewissheit geholt.

    Ölkreislauf.png


    Wenn der Öldruck an dem originalen, zu kleinen O-Ring des Steuerkettenspanners vorbei drückt, dann wird dieser nicht richtig die Steuerkette spannen. Und was viel schlimmer ist, es kommt nicht mehr genügend Öl an den Nockenwellendüsen an.


    Ich für mein Teil, glaube damit das Problem gelöst zu haben.


    Könnte mir auch vorstellen, dass das einer der Gründe sein kann, warum manche Motoren halten und mache nicht.

    Wäre schon verrückt, wenn es an einem Bauteil für weinige Cent liegen würde.


    Wenn KTM hier mitliest: Wenn ihr zu den gleichen Ergebnissen kommt und das die Abhilfe ist, würde ich mich über eine Anerkennung freuen :Daumen hoch:


    Gruß Willi

  • .. Nr. habe ich nicht, da das universal O- Ringe aus Nitrilkautschuk mit einer 70'er Härte sind.


    Gibt es in der Bucht oder bei A...


    Ach so. Noch ein Hinweis: Habe zuerst mit einem 18x2.2 versucht. War schon besser aber erst der 18x2.4 brachte den Erfolg.


    Und noch was, wie immer: Nachbau auf eigene Verantwortung :zwinker:

  • Willibur

    Das ist eine sehr interessante Erkenntnis!

    Dieser Bursche geht auch in Richtung niedriger Öldruck:

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    Sorry, falls das schon verlinkt wurde (hab nicht alles gelesen)


    Bin aus dem Rheinland, hab mich im Sommer in die Norden 901 verliebt und bei Köstler eine günstig geschossen.

    Hab früher ne Super Duke R und ne SMC R gefahren, deshalb kenn und mag ich das Forum.

    Hab noch ne BMW und bin erst 3000 km mit der Husky gefahren. Bin begeistert und aber auch ein wenig besorgt wegen der Nockenwellenproblematik. Da ich auch begeisterter Schrauber bin, würde ich meine Nockenwelle doch gern beobachten. Gehe ich recht in der Annahme, dass zum Befunden der Tank, einige Anbauteile und der Ventildeckel runter muss?! Willibur spricht von Spinne??


    Auch denke ich, ist der Wechsel des O Rings im Spanner für mich ne Option.

    Wenig Aufwand, Schaden kann’s wohl nicht.


    Schöne Grüße aus Königswinter

  • Hallo Hubi14,


    wie das bei der Norden ist, kann ich nicht sagen. Gehe aber davon aus, dass die Arbeiten vergleichbar sind.


    Es gibt auch Videos, wie die Ventile eingestellt werden müssen- Ist zwar eine 790 aber vergleichbar.


    KTM 790 Adventure | Valve Clearance Check Overview


    Mit "Spinne" meinte ich die Brücke unter dem Ventildeckel, mit der die Nockenwellen gehalten werden.

    Diese Brücke muss demontiert werden, damit man an die Ventilchims kommt. Wenn Ventilspiel i. O. dann braucht man nicht unbedingt die Brücke lösen. Allerdings kann man dann auch nicht den sauberen Durchfluss der Öldüsen überprüfen.


    Bei der Gelegenheit würde ich immer den Steuerkettenspanner lösen und die paar Cent für einen anderen O-Ring investieren. :zwinker:


    Gruß Willi

  • Ich bin gespannt, was daraus wird. KTM hat zwar gerade aktuell andere Probleme, aber vielleicht erreicht das ja einen aus der Technikabteilung, oder ein versierter KTM Händler nimmt sich dessen an.


    Gruß

  • Danke Willi,

    ich werde also im Frühjahr die Nockenwellen freilegen und befunden. Natürlich gibt es dann Fotos.

    Den O Ring am Steuerkettenspanner werd ich auch wechseln.

    Ev. mach ich mal den Test wie im Video von unserem amerikanischen Freund.

    Cranken bei offenem Ventildeckel vor und nach dem O Ring Tausch.

    Mal schauen ob sich da bzgl. der Ölfördermenge was tut.

    Das hat mich besonders erschüttert. Man stelle sich vor, das Moped steht 4 Monate in der Winterpause.

    Dann kommt User, ev. noch mit einer schlappen Batterie und orgelt rum.

    Im Video sabbert beim Cranken das Öl nur so aus der Öldüse und erreicht den Nocken gar nicht……

    Das bedeutet, eine möglicherweise lange Zeit ist da Metall auf Metall.

    Bin ganz bei Willi, könnte das Problem sein😀!

    lg ans Forum


  • ...das wäre zu einfach gedacht, der Öldruck wird konstant bei 2,5 Bar gehalten unabhängig wie dicht der O-Ring ist, das macht die Druckregelfeder!

    Die Ölpumpe kann auch 4 Bar liefern..so lange die Feder das so regelt und die Pumpe ok ist.

    so weit die Theorie..


    Die Kettenspanner sind sehr oft nach dem Aus- und Einbau in anderer Rasterstellung, deshalb ist auch die Steuerkette oft "leiser" als vorher..

    :ja:


    in dem Fall muss man noch den Schuldigen finden, der O-Ring würde ich nicht verdächtigen.. :grins:

    Gruß Peter :grins: und schön weiter durch's Höschen atmen...

  • Hallo Peter,

    wenn ich mich richtig erinnere, sind laut Werkstatthandbuch

    1,4 bar bei Leerlauf und

    2,4 bar bei 6000 1/min vorgegeben


    Das DBV regelt bei +2,5 bar ab.

    D. h. erst bei über 6000 1/min käme Deine Theorie zum Tragen


    Aber auch dann. Das Volumen der Ölpumpe ist begrenzt. Und wenn dann auch noch an der relativ dünnen Versorgung zum Zylinderkopf die Hälfte ungenutzt abströmen kann, ist es mit Sicherheit nicht so gut.


    Die Rastung des Steuerkettenspanners wird vor Einbau immer ganz zurück gesetzt und im Eingebauten Zustand gelöst. Dann sorgt zunächst nur die Feder für die Vorspannung.

    Durch den Öldruck kommt erst die wirkliche Spannung!


    Wie gesagt, bei mir war es ein Unterschied wie Tag und Nacht und nicht nur kurz nach dem Einbau sondern auch noch 1000 km später☝️


    Manchmal ist die zu einfach gedachte Lösung die Richtige :zwinker:


    Gruß Willi

  • Willibur

    Der Kettenspanner wird von Hand mit mehr oder weniger Handkraft ausgelöst, deshalb muss die Rasterstellung nicht unbedingt die gleiche sein.

    Bis die längung der Steuerkette oder Verschleiß am Schleifer sich bemerkbar macht, das kann dauern.


    Die Angaben im WHB sind bekannt,

    Die Ölpumpe liefert praktisch schon bei 3000 U/min die 2,5 bar (aber nur mit verstärkter Feder leider) ab .. ca. 2 Bar bei OEM Feder und hält diesen Druck bei 2,5 bis in die Enddrehzahl konstant. Die Angaben in WHB sind so niedergeschrieben als Richtwert für ausreichende Ölversorgung in der Theorie. Alles gemessen ohne Ölfilter und bei warmen Motor.


    ..nur keiner kontrolliert den Öldruck bevor Änderungen stattfinden und danach auch nicht..


    Viel schlimmer als der O-ring am Kettenspanner sind die Toleranzen an der Lagerstellen der Nockenwellen, wenn ich mir vorstelle, wieviel Laufspiel diese an meinem Motor hat, wird mir schlecht! :Daumen runter: ..zum Glück sind meine nicht so "eingelaufen" wie man schon oft gesehen hat.


    tob14s


    ist ein Beispiel dafür wie es aussehen kann aber nicht darf..


    ..also, in der Ölwanne sind auch mehrere O-ringe für die Ölversorgung verbaut.. :winke: img_1_1735548881216~2.jpg


    Es gibt auch neues von Pirate..das macht Hoffnung auf dauerhafte Verbesserung der Lage!

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    Gruß Peter :grins: und schön weiter durch's Höschen atmen...

    2 Mal editiert, zuletzt von 250sp ()

  • Ich glaube ich probiere es einfach mal aus mit dem O-Ring. Kostet nicht die Welt und wenn es was bringt, Hurra. Schaden kann es ja denk ich nicht.

    Ausserdem ist der Winter noch lang und bisschen basteln macht ja Spaß :ja: