Motorrad-Warnweste Kaufempfehlung gesucht

  • .... Die Nichtwahrnehmung anderer auf Kollisionskurs hat viele, viele Gründe, die nichts mit der Wahrnehmung, dem Sehen an sich, zu tun haben.


    ...
    Fußt deine Behauptung auf profundem Wissen oder stellst du das einfach mal so vom Bauchgefühl in den Raum?
    Da sollte doch eigentlich nachdenklich machen, warum Feuerwehr, Straßenbauämter, THW (Blau!!) speziell bei ihren Fahrzeugen ´Signalfarben` verwenden, wenn diese sich in der Wahrnehmung nicht von anderen unterscheiden würden. Warum greifen dann auch die Militärs zu den bekannten Oliv- und Brauntönen ergänzt durch umrissauflösende Muster, wenn nicht wegen der beim Menschen verminderten Wahrnehmungsfähigkeit. Übrigens: Anders sieht es bei etlichen Wildtieren aus; z.B. Rehe und andere Schalenwildarten nehmen Grün- und Erdtöne besonders gut wahr. Da bist als Jäger im Vergleich mit fluogelb/-orangen Jacken besser getarnt, als mit dem traditionellen Dunkelgrün oder Braun :grins:

  • srk Es gibt eine Untersuchung, ich meine aus Singapur, wo die Unfallhäufigkeit von gelben und blauen Taxis verglichen wurde. Die Unfallhäufigkeit der gelben Taxis war signifikant geringer, besonders in Fällen wo der Unfallgegner auf das Taxi auffuhr.


    Gruß Wolfgang

  • Also das mit den Jägern fand ich jetzt richtig gut. Fakt ist, dass es Wild gibt, welches nur Grautöne wahrnehmen kann und deshalb ein Jäger in einer Neon-Camo nicht weiter auffällt. Getragen werden diese Farben, damit andere Jäger Dich nicht mit Wild verwechseln. Also fast richtig, was Du da schreibst. ;-))


    Jäger-Camo funktioniert übrigens genau wie die Schutzwesten der Moppedfahrer NICHT im dunkeln. Die leuchten nämlich beide nicht. Anders als bei Polizei, Feuerwehr etc. Die reflektieren sehr stark, was auch jeder weiß, der mal genau hin schaut. ;-))))))) (Mehr Smileys würden hier Sinn machen)


    Ich behaupte jetzt einfach mal, dass neonfarbene Motorradfahrer genauso oft in Unfälle verwickelt werden, wie nicht-neonfarbene. Den gegenteiligen Beweis gibt es schlicht nicht. Die Effekte sind nicht vorhanden bzw. so minimal, dass sie keine Rolle spielen. Ihr glaubt nur, dass das anders wäre, weil es euch logisch erscheint. Aber nochmal: Bei Wahrnehmung und Sichtung gibt es eine Reihe von Faktoren, die dort hinein spielen. Ich sage es Dir mal als Jäger: Ich sehe das Wild auch wenn es sich tarnt. Weil ich darauf achte und darauf trainiert bin. Als Autofahrer sage ich Dir: Ich übersehe auch einen Neon-GSler, weil ich in dem Moment einfach nicht damit rechne.


    Und ich mache noch ein Fass auf. Das gilt auch für die weitere Beleuchtung mit Positionslichtern, Nebelscheinwerfer etc. Wenn man damit das Risiko eines Unfalls verringern könnte, dann wäre das bereits gesetzlich vorgeschrieben. Dem ist aber nicht so bzw. wie oben, die Effekte sind nicht nachweisbar.


    Sorry, Leute. Ich will euch ja nicht euer Neon nehmen. Jeder, wie es ihm gefällt. Aber glaubt bitte nicht, dass das irgendeinen Einfluss hat auf Unfallhäufigkeit etc. Da könnt ihr euer Mopped auch gleich zum Saisonstart vom katholischen Priester weihen lassen. Feste dran glauben, dann hilft es auch.

  • Interessante Argumentation, srk:


    Du sagst sinngemäß: _Seriöse_ Unfallforscher _glauben_ irgendwas nicht, was andere Unfallforscher eben glauben.


    1. Sind diese "seriösen" Unfallforscher vielleicht nur deshalb seriös, weil sie Deiner Meinung sind?
    2. Wenn sie wirklich seriös wären, müssten sie nicht _glauben_, sondern würden wissen, eben weil sie es seriös (also wissenschaftlich valide) nachgewiesen hätten.
    3. Sind alle anderen Unfallforscher, insbesondere solche, die glauben, dass Auffälligkeit helfen kann, deshalb gleich unseriös?


    Ich _glaube_ auch, und zwar an Folgendes:
    Es gibt in der Unfallforschung, wie in jedem anderen Forschungszweig auch, unterschiedliche Meinungen. Die allerwenigsten davon können per se als seriös oder unseriös qualifiziert werden, sondern fußen auf handwerklich mehr oder weniger sauberer Methodik. Und nur daran misst sich in aller Regel deren Qualität.


    Zum Inhalt:
    Es gibt keine unter allen Umständen "sicheren" Farben, so einfach ist das sicher nicht. Aber es gibt der Wahrnehmung zuträgliche Parameter, die nicht nur das tierische, sondern auch unser menschliches Gehirn aus stammesgeschichtlichen Gründen beim schnellerem und zuverlässigeren Erkennen hilft: z.B. starke Kontraste, große Leuchtkraft, Bewegung, ungewöhnliche Formgebung, ...
    Inwiefern diese Parameter und Effekte unsere Wahrnehmung im Straßenverkehr unterstützen, dürfte tatsächlich nicht abschließend geklärt sein. Allerdings sagt vielen von uns die tägliche Erfahrung, dass sie wohl nicht zu vernachlässigen sind.
    .

  • Die Unfallhäufigkeit der gelben Taxis war signifikant geringer,

    In zehn Jahren als Taxifahrer wurde mir fünf mal die Vorfahrt genommen. :ja:
    Zwei mal Totalschaden und fünfmal der Spruch ich habe sie nicht gesehen. :sehe sterne:
    Also an der Farbe hat es nicht gelegen.
    Gruß
    Norbert

  • Du sagst sinngemäß: _Seriöse_ Unfallforscher _glauben_ irgendwas nicht, was andere Unfallforscher eben glauben.


    1. Sind diese "seriösen" Unfallforscher vielleicht nur deshalb seriös, weil sie Deiner Meinung sind?
    2. Wenn sie wirklich seriös wären, müssten sie nicht _glauben_, sondern würden wissen, eben weil sie es seriös (also wissenschaftlich valide) nachgewiesen hätten.
    3. Sind alle anderen Unfallforscher, insbesondere solche, die glauben, dass Auffälligkeit helfen kann, deshalb gleich unseriös?

    Zu 1. Nein. Das unterstellst Du mir lediglich. Seriös ist, wer eine wissenschaftlich anerkannte Methodik nutzt (und noch eine Reihe weiterer Kriterien erfüllt). Die Taxistudie war definitiv nicht seriös.
    Zu 2. Das ist wissenschaftlich nicht nachzuweisen. Darum geht es ja.
    Zu 3. Nein. Sie widersprechen nur dem aktuellen Forschungsstand. Und nutzen dafür Methoden, die nicht seriös sind. Beispielsweise keine Kontrollgruppen, statistisch fehlerhafte Berechnungen etc. Allein die Idee mit den blauen und gelben Taxen. Sorry. Als ich das das erste Mal gelesen habe, saß ich laut lachend vor dem PC. Ich dachte an einen Aprilscherz. War aber keiner.


    Schlussendlich findest Du in der ZEIT drei deutsche Unfallforscher, die Dir allesamt sagen, dass nichts dran ist an der Idee mit den auffälligen Farben. Und Du sagst, Deine Lebens (Unfall?)-Erfahrung sagt Dir etwas anderes. Ist OK. Das ist eben Dein Eindruck. Du darfst Dir weiterhin eine Warnweste umwerfen, kein Problem. Ich sage nur, dass bei diesem Thema der Glauben Berge versetzt. Und dass die Warnwesten eine modische Erscheinung sind. Wenn es den ersten Beweis dafür gibt, dass das Tragen von (nicht reflektierenden) Warnwesten mein Leben verlängert, dann kauf ich mir eine. Versprochen. Ich will nämlich auch nicht früher als nötig ins Gras beißen.


    Ich finde halt, man sollte manche Dinge im Leben einfach mal hinterfragen. Und wegen mir googeln. Nur weil es viele so machen, ist es nicht unbedingt sinnvoll. Das ist ja nun kein Geheimwissen. Übrigens schon das Thema Dauerlicht bei Moppeds wird recht heterogen diskutiert. Aber hier kann man zumindest noch leichte Effekte nachweisen, deshalb bin ich auch dafür.


    Vielleicht müsste man sich in letzter Konsequenz ein Blaulicht auf den Kopf setzen? Bringt aber ohne Martinshorn wenig. Und dazu wiederum gibt es Studien.....

  • und ich habe VIEL mit Farben zu tun und dem Sehen von auffälligen Merkmalen, ist die in den letzten Jahren immer höhere ÜBERSÄTTIGUNG unseres "Sehnerves". Vieles wird nicht mehr auf Ferne und Weite wahrgenommen weil wir auus dem Jäger, der auf Ferne getrimmt war und in der Ferne etwas fokussieren musste, auf immer kleinere Dinge(Smartphone, Bildschirm, .....)konditioniert werden. Oft bemerke ich auch ,daß vielen Jungen Menschen das räumliche Sehen erst wieder gelernt werden muß.
    Zweiter Faktor ist, dass (dank EU und Sicherheitsfanatiker) der Motorradfahrer unsichtbarer gemacht worden ist. Als ich mit dem Mopedfahren begonnen habe hatten NUR Zweiräder "Licht am Tag" gehabt. Jetzt durch Tagfahrlicht und laufenden Kampagnen wie -Lichtfahrer sind sichtbarer- ist es einfach schwieriger wieder den Unterschied zwischen Blechdose und Motorrad ausfindig zu machen. Das Abschätzen von Entfernungen kann durch das Sehen ins Licht- tiefstehende Sonne- oder Licht von hinten ebenfalls sehr stark differenzieren. Sonne von vorne-ca50m Sonne von hinten gefühlte 150m -real 100m. Jeder von uns weiß, wie schnell wir aber genau diese 100m zurücklegen.
    Für mich, bei Tag als Tourguide absolut hilfreich und sinnvoll. Persönliche Meinung: aber bei Tageslicht im Alltagsverkehr kein besonderer Nutzen. Da bringt es mehr so viel reflektierende Folie wie möglich am Helm und auf der Jacke anzubringen um dann bei Nacht und in der Dämmerung das Licht der Anderen gut einzufangen und zu reflektieren.


    Obenbleiben CJ

    Kurven fährt man mit Vollgas-Verweildauer reduziert und somit die Gefährdung minimiert! :amen:

  • Schön erklärt.


    Wobei "normale" Motorradkleidung diese Reflektoren bereits hat bzw. bereits haben sollte. Darauf sollte man beim Kauf achten.


    Und dann hängen sich manche diese Reflektoren mit einer einfachen Warnweste wieder zu.


    Das Mopped entsprechend zu folieren oder zu lackieren hatte ich ja bereits vorgeschlagen. Meist kommt da aber optisch nichts ansprechendes bei raus. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob man das darf? Diese Speziallacke/Folien sind doch tatsächlich den Rettungskräften vorbehalten, oder? Kann man das so einfach beim Folierer/Lacker in Auftrag geben? Oder meisnt Du beispielweise einen kleinen Streifen nochmals unter dem Hauptscheinwerfer?

  • du darfst zum Beispiel die österreichischen Nummerntaferl NICHT anbohren. Kannst gestraft werden, Grund die reflektierende Folie kann ihre Eigenschaften verlieren.
    Diese Folien sind grundsätzlich erlaubt, aber es muß gewährleistet sein, daß keine Anderen Verkehrsteilnehmer geblendet oder irritiert werden. An der Jacke und am Helm hab ich ja solche Reflektoren eh drauf- die meisten Marken haben das sowieso serienmäßig- Aber für Fahrradhelm und Hundehalsband habe ich mir im Folienshop noch ein paar Zentimeter geholt und einfach aufgeklebt.


    Obenbleiben CJ

    Kurven fährt man mit Vollgas-Verweildauer reduziert und somit die Gefährdung minimiert! :amen:

  • Hallo, ich finde ebenfalls das Warnwesten für Pannen, Unfälle, Polizei, Feuerwehr, etc. reserviert ist. Ich glaube aber auch in Orange besser gesehen zu werden. Daher habe ich mir eine Icon Raiden Jacke in Orange geholt. Gefühlt werde ich damit auf meiner orangen Adventure halbwegs gut wahrgenommen. Erschreckend finde ich die Anzahl an PKW & LKW Lenkern, die während der Fahrt ihr Smartfone nutzen. Degen hilft nur ein moderater Auspuff, so daß mich selbst die größte Schnarchnase wahrnimmt :der Hammer:

    Gruss bricoleur

  • Die neongelben Klamotten von Radlfahrer und Kradfahrer sind in sonnendurchflutenden Laubwäldern eine perfekte Tarnung. Evtl. eine andere Farbe besser?!

    Gruß vom Harald
    "S. Auerteig"
    KTM ADV1190/R ´14; Suzuki DR 800S ´99; :prost:

  • Soll jeder fahren wie er will! Orange ist in meinen Augen fuer die Dorr Maenner (Müllabfuhr) reserviert.



  • Blöde Frage:
    Wenn man sich darüber sorgen macht, warum nicht gleich richtig und eine Airbagweste drüber? :denk:


    Ich weis, ist teuer wenns bei Aufprall helfen soll (weil dann brauchts eine die elektronisch auslöst) aber da ist man noch eher auf der sicheren Seite als mit reiner Warnweste.

    "Die Oberpfalz hat Zoiglbier und wer es trinkt, wird schön wie wir... " (N. Neugirg)

  • Soll jeder fahren wie er will! Orange ist...

    Genau! ...also ich kann die Weste nur empfehlen!
    ...sitzt straff (mit Stretch) und flattert nicht. Die Optik... Streetfighter-Look! Laut Aussage der Mitfahrer...schick und dazu sehr gut sichtbar.



    Nicht nur für Tourguides zu empfehlen!


    Bade :zunge:

  • was ich mich immer wieder frage - warum beschweren sich so viele, dass Motorräder wegen Tagfahrlicht etc. nicht mehr von PKWs zu unterscheiden sind?
    Warum sollte man denn unterscheiden müssen? Auch mitm Motorrad darfste nur 100 fahren auf der Landstraße, das fährt auch jeder PKW.
    Davon abgesehen seh ich als Motorradfahrer PKW mit Tagfahrlicht eher als ohne, also wo ist das Problem? Man kann sich eh nicht drauf verlassen, dass andere einen sehen und Rücksicht nehmen, die Verantwortung liegt bei jedem selbst...

  • Mir erschließt sich nicht, wieso die Meinung besteht, dass eine auffällige Farbe nicht besser wahrgenommen weden soll, als eine gedeckte :nein: .So wird vom ADAC öfter angeführt nicht die Farbe, sondern wie gut ein Auto gewaschen ist entscheidet über die Sichtbarkeit. Ich halte das für völligen Blödsinn, denn ein dunkles grau- schwarzes Fahrzeug bildet auf einer dunklen Straße wenig Kontrast, besonders auf einer dunkleren Straße zum Beispiel im Wald. Vielleicht dienen solche Aussagen dazu, die Mode zu farblosen Fahrzeugen zu unterstützen. Am Wochenende hab ich eine Beobachtung gemacht indem ich bewußt auf die Farben geachtet hab :denk: . Da war auf dem Main eine Übung vom THW mit mehreren Booten. Die Uniformen sind dunkelblau mit ungefähr handflächengroßen gelben Applikationen. In der Position in der die Sonne auf die Personen schien, waren die kleinen gelben Flächen deutlich besser zu erkennen als die blauen Uniformen, während sie im Gegenlicht nicht so auffielen, da waren eher die Siluetten zu sehen. Warnwesten, besonders wenn sie sich hinter großen Verkleidungsscheiben verstecken sind hingegen nicht so wirksam. Bedeutend besser sichtbar ist ein auffälliger Helm a) weil er weit oben und damit weit sichtbar ist, b) weil er nicht verdeckt wird. Das alles soll uns aber nicht davon abhalten achtsam zu sein und im Zweifel für andere mitzudenken, auch das sind Erfahrungen.


    Gruß
    Wolfgang